DIACONIA Internationale Hilfe – Christliches Hilfswerk


DIACONIA-REPORTs ARCHIV 
Ausgabe Nr. 01 | Januar 2022 | Erscheint monatlich | 42. Jhg.

EDITORIAL
Wir bleiben unseren Werten treu
Liebe Spenderin, lieber Spender

Ein ereignisreiches Jahr 2021 neigt sich dem Ende zu. In diesem Jahr feierten wir das 40-jährige Bestehen unseres Hilfswerks. Die grossen Feierlichkeiten mussten wir aufgrund der Pandemie allerdings fallen lassen sowie auch das alljährliche Freundestreffen, welches für gewöhnlich Anfang November stattfindet.

Im Mai übergab mir Hans-Rudolf Hintermann aus gesundheitlichen Gründen die Geschäftsleitung. Kurze Zeit später mussten wir Ihnen die traurige Nachricht überbringen, dass unser Gründer und Präsident Hans-Rudolf Hintermann am 4. Juni nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben ist. Sein Leben lang war er für Menschen in Not aktiv, bis zu seinem letzten Tag. Er hinterlässt in der Schweiz sowie in zahlreichen Ländern, in denen Diaconia tätig war, eine grosse Segensspur.

Die Tatsache, dass unsere heutigen Tochterorganisationen in Armenien, Rumänien, Indien und Moldawien nach denselben christlichen Grundsätzen arbeiten und dieselbe Vision verfolgen, ist ein grosses Geschenk. Gesunde Strukturen, einhellig beschlossene Vereinbarungen und das gemeinsame Ziel, das Bestmögliche für Menschen in Not zu erreichen, motivieren und ermutigen uns stets aufs Neue.

Im Verlauf des Jahres wurden bei Diaconia anlässlich einer Generalversammlung neue Mitglieder gewählt, der Vorstand ergänzt und ich in meiner Funktion als Geschäftsleiter bestätigt. Trotz all dieser Veränderungen bleibt das Hilfswerk Diaconia seinen Grundwerten treu.

Der Diaconia Report dient dazu, Ihnen monatlich unsere wichtigsten Hilfsprojekte aufzuzeigen und Sie über deren Entwicklung auf dem Laufenden zu halten. Die Projekte stützen sich auf die drei Schwerpunkte Nothilfe, Bildung und Aufbauhilfe. Darüber hinaus finden Sie in jeder Ausgabe Fotos von Kindern, welche noch auf Paten warten.

Damit wir unsere Arbeit auch im neuen Jahr 2022 wirkungsvoll weiterführen können, sind wir auf offene Herzen und gebende Hände unserer Gönnerinnen und Gönner angewiesen. Deshalb ist es mir ein besonders grosses Anliegen, Ihnen zum Jahresende noch einmal von Herzen zu danken. Ihre Treue ermöglicht es uns, die wertvolle Arbeit für bedürftige Menschen auch im kommenden Jahr fortzuführen.

Mit herzlichen Segenswünschen

Stephan Schneider
Geschäftsführer
Diaconia Internationale Hilfe

Wenn Jesus Christus einem Menschen auf wundersame Art und Weise begegnet, kommt ein grosses Gefühl der Freude auf. Dies bezeugte Maria in ihrem Lobgesang, kurz nachdem ihr bewusst wurde, dass sie schwanger war:

«Mein Herz preist den Herrn, alles in mir jubelt vor Freude über Gott, meinen Retter! Ich bin nur seine geringste Dienerin, und doch hat er sich mir zugewandt.» Lukas 1, 46-48

Maria war sich gering vorgekommen und fühlte sich womöglich minderwertig. Was in ihrer Situation besonders aufbauend war, war das Gefühl der Annahme. Sie wurde aufgerichtet, erhielt einen Status und wurde mit ihrem Namen angesprochen.

Die 7-jährige Carina liebt den Park, wo sie mit den anderen Kindern aus dem Kinderbildungszentrum spielen kann.
An Weihnachten feiern wir das Kommen von Jesus, Gottes Sohn, in diese Welt. Schon allein die Tatsache, dass er geboren wurde, bezeugt Gottes grosse Liebe zu uns Menschen. Diese Liebe vermittelte Jesus später durch sein Wirken und vor allem durch seinen Tod und seine Auferstehung.

Gott möchte uns dafür gewinnen, einsamen und armen Menschen Annahme zu schenken. Wir von Diaconia sind dankbar dafür, dass auch Sie mit Ihrer Barmherzigkeit, Ihrem Einfühlungsvermögen und Ihrer Hilfsbereitschaft Freude schenken, und wünschen Ihnen frohe Weihnachten!


Starke Kinder, frei von Ausbeutung
Jedes Jahr werden Tausende Mädchen und Jungen aus Osteuropa zum Zweck der kommerziellen Ausbeutung missbraucht. Viele von ihnen stammen aus Rumänien. Sie werden durch Täuschung angeworben und unter Zwang oder Androhung von Gewalt verschleppt. Das wirksamste Mittel, gegen diese Menschenrechtsverbrechen vorzugehen, ist die Bildung. Diese wird auch bei Diaconia grossgeschrieben.
Das Herz schlägt Elena (Name geändert) bis zum Hals. Äste knacken, unklar, wo. Die Beine laufen von allein, die Füsse verfangen sich im Dickicht, hasten weiter. Der Kopf ist leer, der Körper bis in alle Fasern gespannt. Weiter, immer weiter, nur nicht stehen bleiben, einen anderen Gedanken konnte die damals Sechzehnjährige in der verhängnisvollen Nacht nicht fassen.

Starke Kinder, frei von Ausbeutung.
Fast wäre sie ihren Kidnappern ausgeliefert gewesen, doch Elena konnte aus ihren Fängen fliehen. Durch das Fenster in den Wald, mitten in der Nacht. Dies geschah zwei Tage, nachdem sie entführt wurde, als sie mit ihren Freundinnen an einem Freitagabend ausgegangen war. Die Odyssee, die darauf folgte, wird Elena nie mehr vergessen. Doch sie schaffte es wieder nach Hause, wo sie mit ihren sechs Brüdern aufwuchs. Der Vater hatte seine Familie vernachlässigt, die Mutter war mit der alleinigen Verantwortung für den Familienunterhalt überfordert gewesen. Doch zum Glück fand Elena im nahegelegenen KiBiZ Menschen, die sie nach diesem traumatischen Erlebnis unterstützten und ihr eine Therapie anboten.

Die Beratung, die wir den von Missbrauch oder Ausbeutung betroffenen Mädchen im Diaconia Tageszentrum anbieten, hilft ihnen, Schmerz und Traumata zu überwinden.
In guten Händen
«Inzwischen ist Elena 20 Jahre alt, hat eine Arbeit gefunden und einen Freund, den sie heiraten will», erzählt Monica Pirvu, Sozialarbeiterin im KiBiZ. «Dank ihrer inneren Stärke und unserer Unterstützung und Beratung weiss die junge Frau, wie sie mit einem solchen Trauma leben kann, und kennt ihre Rechte», führt sie aus. Monica Pirvu führt als erfahrene Fachperson Einzelberatungen durch, fördert und unterstützt die jungen Frauen in sozialen und rechtlichen Fragen. Ergänzend werden auch Gruppentherapien angeboten.

Bildung als Fundament gegen Armut und Menschenhandel
Die Bildung ist auch im Kampf gegen den Menschenhandel ein Schlüsselelement. Offiziellen Zahlen zufolge ist das Bildungsniveau von Opfern von Menschenhandel sehr niedrig: Rund 70 % haben keine Schule besucht, sind Analphabeten oder haben die Schule nach den ersten Klassen abgebrochen. Deshalb setzt Diaconia alles daran, dass die Kinder zur Schule gehen und lernen, ihre eigenen Rechte wahrzunehmen. Oder in Monica Pirvus Worten: «Unsere Vision ist eine Welt, in der Kinder stark und von der Gefahr der Ausbeutung befreit sind.»

Unter fachkundiger Anleitung wird im KiBiZ über Menschen- und Frauenrechte, Gefahren von unangemessenen Beziehungen, Ausbeutung oder falschen Arbeitsversprechungen im Ausland diskutiert.
Neben der Hausaufgabenhilfe, der zuverlässigen Betreuung, der Versorgung mit warmen Mahlzeiten und angemessener Kleidung sowie den gelebten christlichen Werten führt Diaconia in der Kindertagesstätte auch eine Reihe von konkreten Präventionsprojekten und -programmen für Teenager und Eltern durch.

Dank Ihrer wertvollen Spende können wir in Rumänien weiterhin viele unterschiedliche Bausteine im Kampf gegen den Menschenhandel nutzen. Diese werden sich in Zukunft – so hoffen wir – zu einem starken Fundament zusammenfügen, auf dem Armut und Missbrauch einen schwereren Stand haben als heute. Herzlichen Dank für Ihre treue Unterstützung!

Projekt Nr. 5012 – Bildung Rumänien


«Doch Jesus sagte, lasset die Kinder zu mir kommen» Mat. 19,14
Was als Kindertagesstätte in Charentsavan, Armenien, begann, ist heute Anlaufstelle für ganze Familien und Ausgangspunkt vielfältiger Unterstützungsprojekte in der Region. Doch die Kinder stehen im Diaconia-Zentrum nach wie vor an erster Stelle.
Die Kinder, die regelmässig in den Leuchtturm – wie das Zentrum liebevoll genannt wird – kommen, stammen aus armen Verhältnissen, haben teilweise Verwandte im Krieg verloren und tragen verschiedene soziale Probleme mit sich herum. Die Kindertagesstätte ist für viele von ihnen zu einem zweiten Zuhause geworden. Hier dürfen sie spielen, singen und Geschichten hören, hier werden sie bei ihren Hausaufgaben und in ihrem persönlichen Lernprozess unterstützt.

Die Kinder haben Freude an den Geschichten, besonders weil sie die Aufgaben dazu nicht allein ...
Oft fällt es den Mädchen und Knaben allerdings schwer, sich zu konzentrieren. Beispielsweise, weil zu Hause niemand genügend Zeit für sie hat. Sie laufen Gefahr, in der Schule den Anschluss zu verpassen oder den Kontakt zu ihren Eltern und der Realität zu verlieren.

Die Mitarbeitenden der Kindertagesstätte sehen es als ihre Aufgabe an, solche Probleme anzugehen. Sie achten ganz besonders auf Belastungen und Gefühle, welche die Kinder während der Spiele offenbaren.

... lösen müssen, sondern dazu ermuntert werden, sich gegenseitig zu helfen.
«… denn du kennst von Kindheit an die heiligen Schriften, die dir Weisheit verleihen können, …» 2. Tim. 3,15

Wenn es darum geht, solche Erfahrungen und Emotionen zu thematisieren, nehmen unsere Mitarbeitenden Geschichten aus der Bibel zu Hilfe. Diese ermöglichen es, über wichtige Themen zu sprechen, auf eine Weise, die die Kinder verstehen. Liebe, Nähe, Respekt und Ruhe sind plötzlich nicht mehr nur fremde Worte für sie, das merken auch die Eltern.

Deshalb schenken wir jedem Kind, welches das Zentrum besucht, eine Kinderbibel und ein Arbeitsbuch.

Mit Ihren Spenden für unsere Bildungsprojekte in Armenien leisten Sie nicht nur einen Beitrag an die laufenden Kosten der Kindertagesstätte, die Verpflegung und das Lernmaterial für die Kinder, sondern auch dazu, dass wir den Kindern eine Tür zum Glauben öffnen können – herzlichen Dank!

Projekt Nr. 5011 – Bildung Armenien


Damit Räume auch im Winter bewohnbar sind
Viele Häuser, teilweise gar aus Lehm und Stroh gebaut, sind in Moldawien in einem sehr schlechten Zustand. Kinder sind in ihrem eigenen Zuhause Gefahren ausgesetzt, einzelne Zimmer werden im Winter unbenutzbar, sodass Familien vor Kälte auf engstem Raum zusammenrücken müssen. Hier will Diaconia ansetzen.
Beispiel zweier Familien:

Lena blickt dem Winter mit Sorge entgegen

Lenas grösster Wunsch ist es, auch im Winter eine warme Küche mit fliessendem Wasser zu haben.
Lena arbeitet als Verkäuferin und verdient umgerechnet 150 Franken pro Monat. Sie spart, wo sie nur kann, um ihre improvisierte Küche nach und nach etwas aufzurüsten. Sie kocht für ihre zwei Kinder und den Grossvater, mit dem sie zusammen wohnen. Doch sobald der Winter kommt, droht die Wasserleitung zu gefrieren.

Teo und sein kleiner Bruder spielen im einzigen geheizten Zimmer

Teo freut sich jedes Mal über den Frühling, weil er dann wieder draussen spielen kann.
Teo (5) schläft mit seinen jüngeren Brüdern in einem Etagenbett direkt unter den Stromkabeln, die von der Decke hängen. Seine Eltern übernachten auf einem schmalen Bettsofa. Das Haus hat zwei Zimmer, doch im Winter ist nur eines davon warm genug, um darin spielen zu können.

Diaconia unterstützt bedürftige Menschen in Moldawien nicht nur mit Lebensmitteln. In Zukunft wollen wir in die Renovierung von Häusern investieren sowie doppelt verglaste Fenster und stabile Türen einsetzen, wo die Kälte ungehindert eindringt. Weiter soll Baumaterial für Isolierungen und für sanitäre Anlagen zur Verfügung gestellt werden, damit die von uns begleiteten Familien nicht mehr ein Loch im Hof als Toilette und einen Wassertank als Dusche benutzen müssen.

Herzlichen Dank für Ihren Beitrag, der besonders jetzt im Winter ein wahrer Segen ist!

Projekt Nr. 5023 – Aufbauhilfe Moldawien


Wieder Boden unter den Füssen
Immer wieder sehen wir, wie auch kleine Spenden Grosses bewirken können. Dank einem funktionierenden Kochherd, einem sauberen Badezimmer oder einem neuen Fussboden können Familien in Rumänien ihren Alltag besser bestreiten und wieder nach vorne schauen. So auch die beiden Elternpaare Marian und Luminita sowie Ion und Lili, die wir in den vergangenen Monaten begleitet haben.
Familie in der Stadt
Eigentlich hatten Marian und Luminita vorgesehen, mit ihren fünf Kindern aufs Land zu ziehen und auf dem Grundstück ihrer Familie einen grossen Garten anzulegen. Leider war aber der Schulweg für die Kinder zu beschwerlich und so sahen sie sich gezwungen, in ihre 20 Quadratmeter grosse Stadtwohnung zurückzukehren, die dringend renoviert werden musste.

Parkett- und Plattenboden, Zement und Wandfarbe. Roberts Familie ist Diaconia dankbar dafür, dass sie trotz unerwarteter Planänderungen die Unterstützung erhielt, die sie so dringend benötigte.
Die Mitarbeitenden von Diaconia sahen das unermüdliche Bestreben der Eltern, ihren Kindern ein angemessenes Zuhause zu bieten, aber auch die erdrückende Realität. Der Vater arbeitet den ganzen Tag auf der Baustelle, doch wir blieben per Telefon in Kontakt und konnten schliesslich mithilfe ihres ältesten Sohnes Robert die für die Renovierung benötigten Materialien anliefern.

Einrichtungsmöbel für eine kleine Küche sorgen für grosse Freude.
Familie auf dem Land
Wegen einer Nierenkrankheit muss Ion (53) einmal wöchentlich zur Dialyse, um sein Blut reinigen zu lassen und ihm die Giftstoffe, die sein Körper nicht mehr selbst abbauen kann, zu entziehen. Seine Frau Lili (44) weiss, wie wichtig es für seine Gesundheit ist, die Ernährung auf diese Therapie abzustimmen, und achtet besonders auf eine gesunde Kost für ihn und die gemeinsamen fünf Kinder. Und dies unter erschwerten Umständen, da ihr Dorf nicht ans Gasversorgungsnetz angeschlossen ist und der Familie während vieler Jahre nicht einmal eine Küche, geschweige denn ein Kochherd, zur Verfügung stand.

Ion und Lili dürfen den lang ersehnten Kochherd in Empfang nehmen.
Dank Diaconia und Lilis Idee, den Herd an eine auffüllbare Gasflasche anzuschliessen, ist der Traum vom eigenen Herd doch noch in Erfüllung gegangen. Die beiden frisch gebackenen Grosseltern konnten gar eine kleine Küche einrichten und sind überglücklich über die riesige Erleichterung.

Gemeinsam können wir weiteren rumänischen Familien eine Entlastung in ihrem oft unermüdlichen Kampf für ein besseres Leben bieten – herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Projekt Nr. 5022 – Aufbauhilfe Rumänien


Wir schauen nicht weg
Schwer vorzustellen, wie es sich anfühlt, im vierten Schwangerschaftsmonat verlassen zu werden. Verzweiflung hatte für die junge Mutter aber keinen Platz, zu gross war Areviks Verantwortung für ihre damals drei Kinder.
Bevor sie vor einem Jahr in dieses halb fertige, feuchte Haus mit den rohen Betonwänden gezogen sind, waren sie Nomaden. Doch auch hier scheint alles temporär zu sein, und Arevik Zargaryan (31) weiss nicht, wie lange sie mit ihren inzwischen vier kleinen Kindern bleiben kann. Vom Vater, der in Russland Arbeit suchen wollte, hat sie seit einem halben Jahr nichts mehr gehört.

Wir schauen nicht weg.
Ihre einzige Unterstützung ist die staatliche Familienbeihilfe von 68 Franken, doch diese reicht nicht aus, um für die benötigten Lebensmittel, Windeln und Kinderkleider aufzukommen. Manchmal fehlt sogar das Geld, um Gas zum Kochen zu kaufen. Es gibt auch keinen Warmwasseranschluss und kein Badezimmer. Um die Kinder zu baden, erhitzt Arevik deshalb Wasser auf einem kleinen, alten Holzofen im Badezimmer – ein stundenlanges Unterfangen.

Entgegen allen Schwierigkeiten sagt Arevik, sie sei stolz auf ihre Kinder und eine glückliche Mutter.
Arevik hat viele Probleme, nicht nur finanzielle, sondern auch gesundheitliche. Es fehlen ihr auch Eltern oder Freunde, die sie unterstützen könnten, was die junge Frau besonders traurig macht. Trotz allem sind die Kinder meist zufrieden und in ihr Spiel vertieft. Sie geben ihrer Mutter viel Kraft. Dank der Unterstützung von Diaconia und der regelmässigen Versorgung mit dem Allernotwendigsten, kann Arevik etwas verschnaufen. Sie hofft, eines Tages in einem festen Zuhause anzukommen, und glaubt trotz aller Schwierigkeiten daran, dass sie in Zukunft eine sorglose Familie sein können.

Mark (4) und Arsen (6), Areviks älteste Söhne, spielen gerne zusammen. Arsen träumt davon, einmal Arzt zu werden.
Dank grosszügiger Menschen wie Ihnen können wir Not lindern, wo sich Verzweiflung breitmacht. Herzlichen Dank, dass auch Sie hinschauen!

Projekt Nr. 5001 – "Nothilfe Armenien"


Unfälle fragen nicht
Menschen, die in Armut leben, verdrängen gesundheitliche Probleme oft, bis es dann zu spät ist. Sie haben kein Geld für regelmässige Untersuchungen und haben manchmal Mühe, Anweisungen der Ärzte zu verstehen. Wenn ein Unfall geschieht, geraten sie schnell in eine Notlage.
Unfälle fragen nicht, ob wir finanziell auf sie vorbereitet oder gerade mit der Bewältigung ganz anderer Probleme beschäftigt sind. Sie passieren einfach. So auch an dem verhängnisvollen Tag, als Nicoleta (23) ein paar Kartoffeln kochte. Die junge Mutter von drei Kindern ging kurz hinaus, als der kleine Petru (1) es schaffte, sich am Herd aufzurichten und den Topf mit dem siedenden Wasser zu Fall zu bringen. Die Schreie ihres jüngsten Kindes lähmten Nicoleta, die Nachbarn riefen sofort einen Krankenwagen.

Verbrühungen gehören zu den häufigsten Unfällen im Kindesalter. Eine schnelle, professionelle Behandlung ist genauso entscheidend wie die anschliessende sorgfältige Wundpflege.
Dies war ein Schock für die ganze Familie, die in einem einzigen Zimmer lebt, ohne fliessendes Wasser und ohne Strom. Während die Mutter im Krankenhaus war, wo Petrus Brandwunden behandelt wurden, blieben die beiden älteren Schwestern (5 und 7) in der Obhut des Vaters, der mit Gelegenheitsarbeiten das Überleben der Familie sicherstellt. Schnell wuchs die Sorge, wie in den kommenden Wochen und Monaten die weiteren Untersuchungen, die Fahrten ins Krankenhaus sowie die notwendigen Salben und Medikamente bezahlt werden sollten.

Diaconia unterstützte Petrus Familie in der schwierigen Zeit nach dem Unfall. Wir sind froh, dass sich Petru von den Strapazen inzwischen erholt hat.
Diaconia bot in dieser verzweifelten Situation Soforthilfe und unterstütze Nicoleta und Petru Senior in dieser schweren Zeit finanziell. Wir kamen für die Wundheilsalben und die Transporte ins Krankenhaus auf. Inzwischen braucht Petru keine chirurgischen Eingriffe mehr und die Nächte, in denen er aufwachte und vor Schmerzen weinte, sind vorbei. Im September konnte er zum ersten Mal mit den anderen Kindern in die Spielgruppe gehen. Die Erleichterung seiner Eltern ist riesig!

Wir reichen Familien wie der von Petru in Notlagen eine helfende Hand – herzlichen Dank für Ihre guten Gedanken und die grosszügige finanzielle Unterstützung!

Projekt Nr. 5002 – Nothilfe Rumänien


Familie Badalyan gibt nicht auf
Es sind Geschichten wie die von Familie Badalyan, die uns motivieren, weiterzumachen, Rückschläge anzunehmen und die Menschen dabei zu unterstützen, sich aller Umstände zum Trotz ein würdiges Leben aufzubauen.
Naira Badalyan (49) ist eine mutige, willensstarke und tüchtige Frau. Ganz allein bewirtschaftet sie ein kleines Stück Land neben ihrem Haus in Sardaragat, einem geschichtsträchtigen Dorf in der Ararat-Ebene im Südwesten Armeniens. Weder ihr Mann Andranik (53) noch der gemeinsame Sohn Arthur (25) können ihr dabei behilflich sein. Arthur kam mit einer körperlichen Behinderung zur Welt und ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Aber er packt an, wo er kann.

Tagelang war Arthur mit dem Anlegen des Holzvorrats und dem Zerkleinern der Äste für den Winter beschäftigt.
Schicksalsschläge
Andraniks grösster Traum ist es, dass sein Sohn eines Tages selbstständig gehen kann. Er kümmerte sich stets aufopferungsvoll um sein einziges Kind, ohne dabei einen Gedanken an seine eigene Gesundheit zu verschwenden. Doch sein Gesundheitszustand verschlechterte sich unerwartet so stark, dass er sich verschiedenen Operationen unterziehen musste und gar einen Schlaganfall erlitt. Heute ist er selbst auf Pflege und Betreuung angewiesen, sodass die Verantwortung für den Familienunterhalt allein auf Naira zurückfällt. Dies ist nicht nur eine körperliche, sondern auch eine grosse seelische Belastung für die 49-Jährige. Das Haus der Familie verfügte nämlich weder über eine Küche noch über ein Badezimmer mit Toilette, welches den Hygiene-bedürfnissen der pflegebedürftigen Familienmitglieder gerecht geworden wäre.

Andranik ist dankbar für die Unterstützung, wodurch die Last auf den Schultern seiner Frau zumindest etwas kleiner wurde.
Unterstützung, wo sie am meisten gebraucht wird
Als Naira von den vielen Nothilfe-Projekten, die Diaconia in der Region Armavir umsetzt, gehört hatte, wandte sie sich mit ihrer Geschichte an uns. Wir zögerten keine Minute, ihren grössten Wunsch nach einer Küche und einem Badezimmer zu erfüllen und die Familie damit ein Stück weit zu entlasten in ihrem täglichen Kampf um ein eigenständiges, hoffnungsvolles Leben.

Der Zusammenhalt in der Familie ist gross.
Dank Ihrem Mittragen können wir weiterhin armenische Familien unterstützen, sich eine bessere Zukunft aufzubauen. Herzlichen Dank!

Das neue Badezimmer bietet der ganzen Familie grosse Entlastung.
Projekt Nr. 5021 – Aufbauhilfe Armenien


Weihnachtsgeschenke in unwegsamem Gelände
Die moldawischen Strassen sind im ganzen Land unwegsam und teilweise stark beschädigt. Es gibt praktisch keine asphaltierten Stellen, überall Schotter und grosse, kraterartige Löcher. Sogar in der Hauptstadt Chișinău sieht die Situation nicht viel besser aus – ein augenfälliger Hinweis auf Armut und Korruption.
Von Weitem sieht sie idyllisch aus, die Naturstrasse, die den Hügel hinaufführt, auf dem Familie Boian lebt. Sie ist eine der 8 Familien mit insgesamt 25 Kindern, die wir seit der Ausweitung unserer Hilfe auf Moldawien unterstützen konnten. Für ihren zweiten Besuch bei den Familien, die sie mit offenen Armen empfangen hatten, haben Ion und Alesia Rotaru – unsere neuen Länderverantwortlichen – den Kofferraum vollgepackt mit Lebensmitteln, Winterkleidung, Schuhen, Baumaterialien und sogar Hühnern.

Wo das alte Einsatzauto nicht weiterkommt, ...
Das voll beladene Auto hat trotz des trockenen Wetters keine Chance, den Hügel hochzukommen. Sie lassen den Wagen kurzerhand unten stehen und bringen die Kartoffel- und Karottensäcke, das Mehl, den Zucker und alle anderen bitter benötigten Wintervorräte eigenhändig nach oben. Die Kinder von Familie Boian springen auf und ab vor Freude, als sie das junge Paar erblicken. Doch die beiden fragen sich, wie sie ihre Arbeit im Winter und bei Schneefall verrichten können.

... müssen Ion und Alesia Hand anlegen.
Diaconia will den Menschen, deren Lebensumstände sie an ihre äussersten Grenzen bringen, helfen. Doch auch der aus der Schweiz gespendete alte Ford Focus kommt mit den schlechten Verhältnissen sehr schlecht zurecht. Er quietscht unter der Belastung der Beladung und das Chassis schlägt bei den vielen Unebenheiten trotz vorsichtiger Fahrweise immer wieder am Boden auf.

Da sich unser Moldawienprogramm erst im Aufbau befindet und jeden Monat neue Kinder und Familien ins Nothilfe-Programm aufgenommen werden, haben wir entschieden, ein neues Fahrzeug anzuschaffen, das uns zuverlässig auch in die entlegensten und ärmsten Regionen der Republik Moldawien bringt. Der Dacia Duster, ein geländegängiges rumänisches Auto, würde sich für diesen Zweck eignen. Mit dem grossen Kofferraum und der Möglichkeit, einen Anhänger anzukuppeln, bietet es viel Ladefläche. Der Preis für die Anschaffung des rumänischen Wagens beläuft sich auf rund 20‘000 Franken, womit wir die lokale Wirtschaft unterstützen. Ersatzteile und Reparaturen sind später kostengünstig zu erhalten und der der Benzinverbrauch hält sich in Grenzen. Mit dem neuen Einsatzauto wollen wir künftig möglichst viele bedürftige Menschen in Moldawien erreichen.

Ion und Alesia hoffen, noch vor Weihnachten zu «ihren» Familien zurückzukehren und den Kindern, die kaum Geschenke erhalten, dieses Jahr eine ganz besondere Freude zu machen. So können sie die Not ihrer Familien für einen Moment vergessen und während der Weihnachtstage etwas zusätzliche Wärme und Freude geniessen. Herzlichen Dank, dass Sie dieses Vorhaben mit einem finanziellen Beitrag unterstützen!

Projekt Nr. 5003 – Nothilfe Moldawien


«Warum wir uns entschieden haben bei Diaconia Patenschaften zu übernehmen.»
2001 war es, dass Gott uns das Land Armenien und seine Menschen aufs Herz legte. Wir wussten seinerzeit so gut wie nichts über Armenien, weder über seine geographische Lage noch über seine politische und soziale Situation. In der Folge begannen wir daher, Internetrecherchen anzustellen und Bücher über den Völkermord an den Armeniern und den Karabach-Konflikt zu lesen.

Wir fühlten in unseren Herzen den Wunsch, diesen Ärmsten zu helfen: konkret und treu. So durften wir bald für unser erstes Patenkind, die damals zweijährige Meri Ghamojan, sorgen. So wie meine Frau und ich unsere beiden eigenen leiblichen Kinder lieben und für sie sorgen, so wollten wir aus unserem Überfluss abgeben, an andere Kinder, solche im Leid und Elend.

Thomas und Martina Hermann.
Im Laufe der Jahre kamen so bis heute über 20 von Diaconia betreute Kinder dazu, die wir seither monatlich finanziell und mit unserem täglichen Gebet tragen.

Es erfüllt uns mit tief empfundener Freude zu helfen und wir hoffen, dass auch weiteren Kindern durch eine Patenschaft Hilfe zuteil wird. Meri Ghamojan, unser allererstes armenisches Patenkind, ist heute 22 Jahre alt und gelernte Krankenschwester.

Wir danken Gott, dass wir ihr aus der Ferne ein Vater und eine Mutter sein durften.

Thomas und Martina Hermann



PDF dieser Ausgabe hier öffnen