DIACONIA Internationale Hilfe – Christliches Hilfswerk


DIACONIA-REPORTs ARCHIV 
Ausgabe Nr. 05 | Mai 2022 | Erscheint monatlich | 42. Jhg.

EDITORIAL
Raum für Gottes Segen schaffen
Liebe Leserin, lieber Leser

Die Überschrift des Editorials der letzten Ausgabe unseres Diaconia-Reports lautete: Beschenkt von Gott, um Menschen zu dienen. Dies ist die Vision, ein Teil des Leitbilds von Diaconia. Die daraus für unser Hilfswerk folgende Mission lautet: Wir investieren in Menschen für mehr Gerechtigkeit, Hoffnung und Würde. Das ist der zweite Teil des Leitbildes. Durch das Beschenktsein von Gott wollen wir Notleidende beschenken. Anders formuliert: «Wir sind gesegnet, um ein Segen zu sein.» Ich glaube, dieser Satz bringt es auf den Punkt, welche Bestimmung der Segen in Gottes Augen für uns Menschen beinhaltet. Gott ist unser Vater, und wie jeder liebende Vater freut Er sich, wenn Seine Kinder in jeder Hinsicht gesegnet sind, auch finanziell. In einfachen Worten ausgedrückt: Gottes Wunsch ist es, uns zu segnen, weil Er uns liebt! Überfluss und Erfolg waren die ersten Worte, die Gott über den Menschen aussprach. Seid fruchtbar, vermehrt euch, bevölkert, herrscht … Gott sprach nicht nur über Nachkommen, sondern über ein ganzes Leben und ein Umfeld voller Segen und Wachstum. Dieser Segen und dieses Wachstum hatten damals eine Bestimmung, die sich bis heute fortsetzt. Wir sind gesegnet, um für andere ein Segen zu sein und Gottes Güte in unserem Leben sichtbar werden zu lassen.

«Lasst uns gemeinsam Raum schaffen für Gottes Segen!»

Als Hilfswerk dürfen wir uns dieser wunderbaren Aufgabe widmen, Menschen in Not Räume anzubieten, in denen sie Gottes Gerechtigkeit, Hoffnung und Würde begegnen.

Unsere Teams in Armenien, Rumänien, Moldawien und Indien arbeiten unermüdlich daran, in Not geratenen Familien durch ihre offenen Hände praktische Unterstützung anzubieten.

Besonders herausgefordert sind derzeit unsere Mitarbeiter/innen aus Braşov, Rumänien, die sich neben ihrer bisherigen täglichen Arbeit herzergreifend um die Flüchtlinge aus der Ukraine kümmern.

In diesem Editorial nachfolgenden Artikel haben wir für Sie die ersten Einsätze unseres Teams an der Grenze zur Ukraine zusammengefasst.

Ich bin überwältigt von der überaus grossen Anteilnahme, welche in den letzten Wochen in Form von Geldspenden bei uns eingegangen ist. Haben Sie tausend Dank dafür!

Stephan Schneider
Geschäftsführer
Diaconia Internationale Hilfe

Soforthilfe Ukraine
Wie wir Flüchtenden helfen – dank Ihrer Spenden
Für Diaconia und seine treuen, von Mitgefühl erfassten Spenderinnen und Spender steht ausser Frage, dass wir gemeinsam unseren beiden Einsatzländern Rumänien und Moldawien in der aktuellen humanitären Krise beistehen und sie in ihren Soforthilfe-Aktionen für ukrainische Flüchtlinge unterstützen.

Hilfsgüter-Konvois an die rumänisch-ukrainische Grenze

Dank der überwältigenden Reaktion auf unseren Spendenaufruf konnten wir bereits 6 Tage nach Kriegsbeginn erste Hilfsgüterkonvois mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und warmen Decken an verschiedene Orte an der 600 Kilometer langen rumänisch-ukrainischen Grenze schicken. Wir durften dabei auf die langjährige Erfahrung unserer Mitarbeitenden im Organisieren von Nothilfe-Paketen zählen. Innert Kürze waren so all unsere für solche Transporte geeigneten Fahrzeuge und Chauffeure im Einsatz – Tag und Nacht.

Ausstattung moldauischer Flüchtlingsunterkunft

Moldawien, Ukraines kleinster und wirtschaftlich schwächster Nachbarstaat, hat nach Polen bisher die zweitmeisten Flüchtlinge aufgenommen, im Verhältnis zu seiner ungleich kleineren Bevölkerung aber mit Abstand die meisten. Viele der aus der Ukraine geflüchteten Menschen wollen eigentlich weiter, das von Armut gebeutelte Moldawien baldmöglichst hinter sich lassen. Doch viele müssen mangels Alternativen vorerst bleiben, während die Republik Moldau mit der Situation an ihre Grenzen stösst. Privatleute springen ein, öffnen ihre Türen und Herzen für diejenigen, deren Not noch grösser ist als ihre eigene. Diaconia hat in der Hauptstadt Chișinău eine Kirche mit Betten und Matratzen ausgestattet, die ihren Versammlungsraum kurzerhand in eine Flüchtlingsunterkunft verwandelte.

Kinderbetreuung in rumänischen Flüchtlingslagern

Der Diaconia-Bus, unser sogenanntes KiBiZ auf Rädern, bringt in normalen Zeiten Bildung in verarmte, abgelegene Dörfer Rumäniens. Das Prinzip, Bildungs- und Freizeitangebote dorthin zu bringen, wo die Menschen keinen Zugang dazu haben, zeigt grosse Wirkung. In der aktuellen Situation, in der unzählige ukrainische Kinder aus ihrem Alltag herausgerissen wurden und seit Tagen weder die Schule besuchen noch spielen können, war dieser Ansatz ein wahrer Segen.

Mit einem fünfköpfigen Team brachen wir zu unserem bisher grössten Hilfseinsatz auf und parkierten den Diaconia-Bus neben zwei grossen Flüchtlingszentren in Suceava, wo jeden Tag Menschen über die Grenze kommen, die in Rumänien und Moldawien Zuflucht suchen. Die Kinder, die teilweise direkt aus den Kriegsgebieten anreisen, sind traumatisiert. Die Eltern berichten, wie sie unter Einschlafstörungen und Bettnässen leiden. Umso glücklicher sind die Eltern über unser Betreuungsangebot, bei dem die Kleinen mit anderen Kindern zusammenkommen und etwas Normalität erfahren. Wir bieten vielfältige Aktivitäten an, spielen mit den Kindern und kochen für sie. «Dies ist eine wunderbare Gelegenheit, Gottes Liebe zu teilen, die die grössten Wunden heilen kann», berichtet David Dugeniuk, unser Länderverantwortlicher vor Ort.

Gerne nehmen wir unter der Projektnummer «4175 Soforthilfe Ukraine» weitere Geldspenden für die Weiterführung dieses Projektes entgegen.


Nothilfe Armenien
Am Ende ihrer Kräfte
Unterstützung für Familie Arakelyan im Kampf gegen den Krebs
Bis zu jenem Tag, an dem Vahram (39) von einem Moment auf den anderen starke Rückenschmerzen verspürte, waren die Arakelyans eine glückliche Familie. Der Familienvater arbeitete auf dem Bau. Mit dem Einkommen sorgte er für seine Frau Nazeli (33) und die beiden Kinder Siranush (12) und David (11). Sie lebten in Nor Hachn, einer Stadt in der Region Kotajk, wo die Nachbarschaft jederzeit auf die Unterstützung durch den hilfsbereiten Vahram zählen konnte.

Für die teure Behandlung der vermeintlichen Rückenprobleme verkaufte Nazeli das Land, das sie von ihrer Familie geerbt hatte. Mit den 4 Franken pro Tag, die sie bei ihrer Arbeit im Gewächshaus verdient, kommen Arakelyans nicht weit. Die Rente der Grossmutter (64), mit der sie zusammenwohnen, ist ein weiterer Tropfen auf den heissen Stein.

Die Gesundheit des Ehemannes und Vaters bedeutet der Familie alles.
Als die Schmerzen nicht verschwanden und sich Vahram in einer anderen Klinik untersuchen liess, wurde bei ihm Darmkrebs diagnostiziert. Es folgte eine sofortige Chemotherapie, die die Familie nur durch den Verkauf ihrer Wohnung bezahlen konnte. Der Familienvater ist durch die Chemo sehr geschwächt und muss sich aktuell einem fünften Therapiezyklus unterziehen. Doch dafür fehlt der Familie das Geld, weil sie all ihren Besitz schon verkauft hat und ihr ausser Schulden bei der Bank nichts mehr geblieben ist.

Schlimmer als seine Krankheit oder gar der Gedanke an den eigenen Tod ist für Vahram die Vorstellung, dass seine Kinder hungrig und schutzlos zurückbleiben könnten. Für Nazeli ist die Situation kaum auszuhalten. Bei unserem Besuch weinte sie ununterbrochen. Wenn es darum geht, ihren Ehemann und die Zukunft ihrer Kinder zu retten, ist sie bereit, alles zu geben. Wir können zumindest den finanziellen Druck lindern und die Familie längerfristig unterstützen. Für die Behandlungskosten benötigen wir 3 400 Franken. Dazu wollen wir die Familie in unser Leuchtturm-Projekt aufnehmen.

Projekt Nr. 4176 – Unterstützung Familie Arakelyan


Nothilfe Moldawien
Arm trotz Arbeit
Alexeis Ausbildung kann das ändern, wir helfen ihm dabei
Familie Juravliov ist nicht vom Glück verwöhnt. Mutter Mariana kann wegen einer leichten Behinderung keine feste Anstellung finden. Sie kümmert sich um die kleine Sofia (1) und deren älteren Bruder Bogdan (8). Bis zu einer Auseinandersetzung mit Marianas Mutter, bei der die Familie wohnt, war die Wohnsituation der Familie nicht schlecht.

Bogdan ist stolz darauf, für Sofia ein grosser Bruder zu sein.
Doch nun dürfen Mariana und ihr Ehemann Alexei nur noch ein Zimmer und zu festgelegten Zeiten die Küche benutzen. Der Garten ist für sie tabu. Der Platz ist eng und das Gehalt von Alexei reicht knapp zum Überleben, obwohl er, wenn immer möglich, zusätzliche Schichten übernimmt.

Alexei sucht unaufhörlich nach Wegen, die Situation zu verbessern. Ein Verwandter hat ihm eine Arbeit in Polen in Aussicht gestellt. Doch das würde bedeuten, dass er Moldawien verlassen und seine Familie während zehn Monaten nicht sehen würde, was er sich nicht vorstellen kann. Eine andere Möglichkeit wäre die Ausbildung zum Buschauffeur, mit der er in der Nähe seiner Kinder arbeiten und ein Gehalt erwirtschaften könnte, das den Familienunterhalt sichern würde. Alexei fragte seinen Chef schon, ob er seine Arbeitszeiten für die Theorie- und Fahrstunden anpassen könnte, doch das ist leider nicht möglich.

Vater Alexei sucht nach einer besseren Zukunft für seine Familie.
Bei unserem Besuch spürten wir die Hingabe und Ausdauer, mit der Alexei für die Zukunft seiner Kinder kämpft. Wir gehen mit ihm einig, dass Kinder das Recht auf beide Elternteile haben, und wollen ihm deshalb die geplante Ausbildung zum Buschauffeur ermöglichen. Damit wir der Familie die Lebenshaltungskosten für die Zeit der Ausbildung zur Verfügung stellen können, benötigen wir rund 2 500 Franken. Herzlichen Dank für Ihre Spenden!

Projekt Nr. 4177 – Ausbildung Vater Alexei


Nothilfe Rumänien
In die Armut hineingeboren
Gavril soll es einst leichter haben als seine Eltern
Gavril soll es einmal besser haben.
In Augustin – dem kleinen Dorf in der Nähe von Brașov, in dem Larisa (18) und Simion (25) leben – sind sie bei Weitem nicht die einzigen, die keinen Wasser- oder Stromanschluss haben. Die kleine Hütte, in der sie wohnen, hat Simion selbst gebaut. Da die beiden aus armen Familien stammen, haben sie niemanden, der sie unterstützen könnte. Doch halten sie sich mit Gelegenheitsjobs, die Simion für Leute aus der Nachbarschaft erledigt, über Wasser.

Mit Arbeit und Fleiss hat Simion ein eigenes Zuhause geschaffen.
Die jungen Eltern beklagen sich nicht. Sie sind sehr glücklich über die Geburt ihres ersten Kindes Gavril (7 Monate) und wollen bald heiraten. Während Simion arbeitet, kümmert sich Larisa zu Hause um den kleinen Jungen. Sie hoffen, dass ihr Sohn eines Tages ein besseres Leben kennenlernen wird und tun alles dafür.
Mit diesem Gasherd wird gekocht.
Wir möchten die jungen Eltern in ihrem Bestreben unterstützen und sie in unser Lebensmittelhilfsprogramm aufnehmen, dass Larisa ausser den täglichen Kartoffelgerichten auch regelmässig abwechslungsreichere Mahlzeiten zubereiten kann.

Für gemütliche Wärme sorgt ein kleiner Holzofen.
Den improvisierten Gaskocher möchten wir durch einen grösseren Holzherd ersetzen, der auch gleichzeitig für Wärme im Innern sorgt. Gerne würden wir Larisa auch ein Kinderbettchen, einen Kinderwagen sowie Babynahrung zur Verfügung stellen, damit ihr Alltag leichter wird und sie ihre Energie in ihr Kind und dessen Zukunft stecken kann. Dazu benötigen wir 3 800 Franken. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Im Waschraum ist es eisig kalt.
Projekt Nr. 4178 – Zukunft für Gavril


Nothilfe Armenien
Kriegsverletzung belastet Familie
Helfen wir Garnik und Svetlana, sich eine gesunde Zukunft aufzubauen
Garnik und Svetlana haben drei Kinder: Gagik (13), Milena (11) und Natali (6). Vor zwei Jahren landeten sie auf der Strasse, weil sie die Miete nicht mehr bezahlen konnten. So zogen sie eine Zeit lang von einem Ort zum nächsten auf der ständigen Suche nach einer günstigeren Wohngelegenheit. Momentan leben sie in einem Container der ihnen von einer Hilfsorganisation zur Verfügung gestellt worden ist, am Stadtrand von Nor Kharberd in der Ararat-Provinz. Sie haben weder eine Toilette noch ein Badezimmer. Der Fussboden ist von der Feuchtigkeit kaputt gegangen, weil die Mutter die Kinder von Zeit zu Zeit in einem Plastikwaschbecken baden muss.

Was im Innern keinen Platz findet, wird draussen gelagert.
Bei einem Einsatz während der militärischen Auseinandersetzung um Bergkarabach, die 2020 erneut aufflammte, trug Garnik eine Fussverletzung davon. Die Ärzte verboten ihm, längere Zeit zu stehen oder harte Arbeit zu erledigen, was dazu führte, dass auch die letzte Einkommensquelle der Familie versiegte. Nun ist sie auf die staatliche Familienbeihilfe von 74 Franken pro Monat angewiesen. Die älteren beiden Kinder legen jeden Tag mehrere Kilometer Schulweg zurück und holen mit Plastikbehältern Wasser von einer nahegelegenen Quelle, sobald sie nach Hause kommen. Bald kommt ein weiteres Geschwisterchen zur Welt, was den Eltern einerseits Freude, andererseits aber auch Zukunftssorgen bereitet.

Bald kommt das vierte Kind zur Welt und dann muss die Familie noch mehr zusammenrücken.
Mit diesem Projekt wollen wir für die Behandlungskosten aufkommen, damit Garnik bald wieder mit beiden Füssen im Leben steht und für den Unterhalt seiner Familie sorgen kann. Bis dahin benötigen wir zur Überbrückung 2 300 Franken. Danke für Ihre Solidarität!

Projekt Nr. 4179 – Gesundheitskosten Garnik


Nothilfe Rumänien
Junge Mutter in Not
Schenken wir ein Dach über dem Kopf
Die heute 21-jährige Diana wurde mit knapp 16 Jahren zum ersten Mal Mutter. Sie hatte eine schwierige Kindheit und konnte nie zur Schule gehen. David, der Vater der inzwischen drei Kinder, ist heute 24 Jahre alt. Die Eltern lebten mit der ständigen Angst, das Dach über dem Kopf zu verlieren. Vor bald zwei Monaten war ihnen wieder einmal das Geld ausgegangen. Das Kindergeld reicht nicht einmal fürs Essen. Da sie die Miete nicht mehr bezahlen konnten, mussten sie ihre Wohnung aufgeben. David packte verzweifelt seine Habseligkeiten, um im Ausland nach einer Arbeit und einem Einkommen für seine Familie zu suchen. Diana und die Kinder konnten vorübergehend in ein Zimmer eines Nachbarn ziehen. Doch auch hier begleitet sie die Angst, weiterziehen zu müssen, wenn sie nicht bald eine Gegenleistung erbringen können.

Schenken wir ein Dach über dem Kopf.
Für den Moment haben sie zumindest eine Bleibe, ein Bett und einen Tisch. Doch der Herd ist kaputt und es gibt weder elektrisches Licht noch eine Toilette im Haus. Einmal in der Woche kann Diana ihre Kinder und die Kleidung bei Bekannten waschen. Sie gibt nicht so schnell auf, auch wenn sie es nie einfach hatte und nie zur Schule gehen konnte. Seit ihre Mutter vor einem halben Jahr an einem Herzinfarkt gestorben ist, ist Diana in ihrer Trauer überfordert wegen der ständigen Ungewissheit und der Sorge um die Zukunft ihrer Kinder.

Diese Notunterkunft bietet vorübergehend Schutz für Mutter und Kinder.
Wir suchen dringend nach Spenden, um Diana über diese schwierige Zeit hinwegzuhelfen, damit David zu seiner Familie zurückkehren und in Rumänien nach einer Arbeit suchen kann. Wir gedenken, die Mietkosten von 100 Franken monatlich während eines Jahres zu übernehmen und Windeln sowie Kinderkleider und eine Waschmaschine zur Verfügung zu stellen. Insgesamt benötigen wir rund 3 000 Franken. Danke für Ihre Unterstützung!

Projekt Nr. 4180 – Dach über Kopf


Nothilfe Moldawien
Weit unter der Armutsgrenze
Helfen wir den leidtragenden Kindern
Ion und Alesia Rotaru, unsere Länderverantwortlichen in Moldawien, kennen die schwierigen Verhältnisse, in denen viele Menschen in dem tief von Armut geprägten Land leben. Trotzdem sind sie immer wieder erstaunt, auf welch unterschiedliche Weise sich die Armut zeigt.

Die Eltern, Grosseltern, drei Kinder und eine Cousine leben unter sehr engen Wohnbedingungen.
In den zwei Zimmern, in denen acht Personen wohnen, gibt es wenig Licht und vor allem wenig Luft. Im Badezimmer droht die Decke einzustürzen, weil das Dach undicht ist und die Stützbalken wegen der Feuchtigkeit morsch geworden sind. Mutter Natalia und Grossmutter Sasha geben ihr Bestes, das bescheidene Heim sauber und ordentlich zu halten. Sie arbeiten beide auch auswärts als Reinigungskräfte an der medizinischen Fakultät zu einem spärlichen Lohn. Vater Vladimir pflegt die Grünanlagen der Stadt. Doch um für die Töchter zu sorgen, reichen die Löhne nicht aus und oft kann die Familie mit dem hart verdienten Geld nicht einmal genügend Lebensmittel, geschweige denn angemessene Kleidung, kaufen. Oft muss sie mit von Bekannten geliehenem Bargeld überbrücken.

Es herrschen feuchte und enge Platzverhältnisse.
Was Ion und Alesia nach ihrem Besuch aber am meisten bedrückte, war der Gesundheitszustand der Töchter. Alexandrina, die mit einer deformierten Oberlippe zur Welt gekommen ist, konnte kürzlich operiert werden. Das Geld für die Operation hatten die Eltern über lange Zeit zusammengespart und mit einem Darlehen ergänzt. Die jüngere Alisa leidet unter einer angeborenen Fehlbildung der Hüfte. Sie müsste von einem Spezialisten untersucht werden, doch wegen der Schulden können sich die Eltern dies aktuell nicht leisten. So auch nicht die frühzeitige Behandlung ihrer jüngsten Tochter Maria, die erste Anzeichen einer psychischen Erkrankung zeigt.

Die kleine Maria ist das Nesthäkchen.
Wir sind alarmiert und wollen die Eltern in ihrem täglichen Kampf gegen die Armut unterstützen. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass die physischen und psychischen Gesundheitsprobleme ihrer Töchter nicht unbehandelt bleiben. Mit 2 500 Franken können wir den ersten Schritt zu diesem Ziel machen.

Auf kleinstem Raum wird gekocht.
In einem zweiten Schritt werden die drei Mädchen in unser Patenschaftsprogramm aufgenommen. Die monatliche Unterstützung hilft den Eltern, ihre Schulden abzubauen und längerfristig für die Gesundheitskosten der Kinder aufzukommen.

Projekt Nr. 4181 – Gesunde Kinder


Nothilfe Armenien
Gezwungen, auf dem Fussboden zu schlafen
Hilfe für zwei Familien, die auf engstem Raum hausen müssen
Am Stadtrand von Charentsavan leben die Brüder Khachatur (29) und Hovhannes (36) mit ihren Eltern und Ehefrauen in einer einzigen kleinen, heruntergekommenen Wohnung. Khachatur und seine Frau Anahit (26) haben vier Kinder im Alter von drei Monaten bis neun Jahren. Sein Bruder Hovhannes und dessen Frau Margarita (20) haben eine einjährige Tochter.

Dicht zusammengedrängt wärmen sie sich gegenseig auf.
Die beiden Brüder finden aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation im Land jeweils nur für ein paar wenige Tage pro Monat Arbeit; das einzige Einkommen der Familie abgesehen von den bescheidenen Sozialleistungen. Das Kochen für elf Personen auf dem Holzherd ist eine tägliche Herausforderung für die Frauen. Da kein Gasanschluss vorhanden ist, hat die Familie auch kein Warmwasser zum Duschen. Im Winter, wenn das Brennholz zu Neige geht, muss sie Abfall oder kaputte Kleider verbrennen. Bei einem unserer Besuche waren wir betrübt darüber, wie sich die Kinder gegenseitig aufzuwärmen versuchten, in dem sie sich umarmten. Doch auch in der bald wärmeren Zeit gibt es für die Grossfamilie verschiedene Probleme. Unter anderem, dass die Kinder wegen Platzmangel auf dem Fussboden schlafen müssen oder dass die Hitze im Sommer so wie die Kälte im Winter kaum auszuhalten sind. Dazu kommt, dass die älteste Tochter, Lena (9), mit alten, abgetragenen Kleidern zur Schule muss, was für sie mit viel Scham verbunden ist.

Wir wollen die Grossfamilie in unser Leuchtturm-Projekt aufnehmen, Lena saubere Kleidung und Schulmaterial besorgen sowie Lebensmittel und im Winter Feuerholz zum Kochen spenden. Dazu benötigen wir 2 800 Franken als Sofortmassnahme. Herzlichen Dank für Ihr Mittragen!

Projekt Nr. 4182 – Hilfe für Grossfamilie


Nothilfe Rumänien
Gebrandmarkt
Helfen wir Iștvan, dessen Zuhause schon zweimal zerstört wurde
Iștvans (45) Geschichte ist vom Feuer gezeichnet. Daran, dass er als Kleinkind von seinem Vater aus den Flammen gerettet wurde, kann er sich nicht erinnern. Doch eine Narbe am rechten Bein und die kahlen Stellen auf seinem Kopf, wo keine Haare wachsen, zeugen davon. An die schwierige Kindheit, seine epileptischen Anfälle und die Zurückweisung, die er immer wieder erfahren hat, erinnert er sich sehr wohl. Auch daran, dass seine Mutter ihn und seine sechs Geschwister verlassen hat.

Nur wenige Habseligkeiten konnte Iștvan vor dem Feuer retten.
Iștvan wohnt noch immer in Hăghig, einem Dorf im Gebiet von Siebenbürgen, in dem er aufgewachsen ist. Er kümmerte sich bis zuletzt um seinen Vater, der vor einem Jahr verstarb. Iștvan hätte gerne eine eigene Familie gehabt, doch dazu ist es nie gekommen.

Letzten Herbst, als er auswärts für einen Tagelohn Brennholz schlug, kam es zur Tragödie, bei der seine kleine Wohnung vollständig abbrannte. Und damit auch seine dringend benötigten Dokumente. Er kam bei der Familie eines seiner Geschwister unter, doch möchte er der Familie nicht länger zur Last fallen.

Wir wollen für den Wiederaufbau aufkommen und Iștvan die Würde der eigenen vier Wände zurückgeben. Für Material für Boden, Wände und Decke sowie ein kleines Fenster und eine neue Türe benötigen wir 4 500 Franken. Danke für Ihre Unterstützung!

Projekt Nr. 4183 – Wiederaufbau nach Brand



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