DIACONIA Internationale Hilfe – Christliches Hilfswerk


DIACONIA-REPORTs ARCHIV 
Ausgabe Nr. 12 | Dezember 2021 | Erscheint monatlich | 41. Jhg.

„Herzlichen Dank für Ihre treue Unterstützung! Wir wünschen Ihnen eine frohe Adventszeit.“
EDITORIAL
Zur Ruhe kommen
Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben. Matthäus 11,28
Liebe Spenderin, lieber Spender

Mir geht es gut. Am Strand liegend genoss ich meine wohlverdienten Herbstferien. Ich durfte mich entspannen, zur Ruhe kommen und es mir gut gehen lassen. Doch während ich mich erholte, waren meine Gedanken bei allen Notleidenden. Ich fragte mich, wo all die Menschen, die Hilfe benötigen, zur Ruhe kommen und wo sie Raum zur Erholung finden.

Die alltäglichen Sorgen bedürftiger Menschen kennen keine Pause. Jeden Tag sind Familienväter und Mütter auf der Suche nach Arbeit, um zu überleben. Die Not lässt keine Ferien zu. Kinder aus ärmlichen Verhältnissen kommen selten aus ihrer Umgebung heraus und kennen kaum ihr eigenes Land. Die Armut macht weder Pause noch bietet sie Menschen Raum, sich zu erholen.

Wir berichten in unserem Report oft über Hunger, Kälte, Krankheiten und Sorgen. Ein wichtiges Grundbedürfnis aber bleibt meist vergessen, nämlich die Erholung. Die Möglichkeit, aus den eigenen vier Wänden auszubrechen und anderen Menschen zu begegnen – wenn auch nur für ein paar Stunden, vielleicht auch einmal einen ganzen Tag.

Seit Jahren setzt sich das Hilfswerk Diaconia ein, Bedürftigen einen Ort der Ruhe zu bieten, ihnen beizustehen und ihre Sorgen zu teilen.

Ein gutes Beispiel dafür ist unser Kinderbildungszentrum KiBiZ in Rumänien. Dort werden Kinder nicht nur entlaust, geduscht und frisch für die Schule angezogen, dort finden sie auch Raum, um sich zu erholen, Hausaufgaben zu machen und sich konstruktiv in ein Sozialsystem einzugliedern. Das KiBiZ ist auch ein Ort der Begegnung für junge Männer und Frauen auf der Suche nach Arbeit, Gemeinschaft und Orientierung. Dies ist nicht nur vor Ort möglich, denn unser Bus „KiBiZ auf Rädern“ bringt diese wohlbringende Atmosphäre auch bis in weit entfernte Ortschaften.

Dasselbe Ziel wird auch in unserem Zentrum in Charentsavan, in Armenien, verfolgt. Beim Leuchtturm, wie der Ort liebevoll von den dort lebenden Menschen genannt wird, ist ums Haus ein parkähnlicher Garten entstanden, die einzige grüne Fläche in der Stadt. Hier gibt es Bänke, Stühle, etwas zu Essen, aber vor allem auch Gelegenheiten, sich mit den Mitarbeitenden anzufreunden und aufzutanken.

Ruhe und Frieden sind ernst zu nehmende Bedürfnisse, die Gott in jeden von uns Menschen gelegt hat. Er selbst ist dieser Friede und will ihn weitergeben. Bleiben wir deshalb auf der Suche und vertrauen auf IHN.

Laut dieser biblischen Aussage haben alle Menschen, ob reich oder arm, den Zugang zum Ort des wirklichen Friedens.

Ich freue mich gemeinsam mit Ihnen, Raum für Ruhe und Frieden zu schaffen.

Mit herzlichen Segenswünschen

Stephan Schneider
Geschäftsführer
Diaconia Internationale Hilfe

Stolze Ertstklässlerin
Die siebenjährige Patricia konnte es kaum erwarten, in die Schule zu gehen. Ein Glück, das ihren Eltern nicht zuteilwurde. Da sie ihre Tochter nicht bei den Hausaufgaben unterstützen können, erhält Patricia im Kinderbildungszentrum zusätzliche Begleitung.
„Wie wird wohl mein erster Schultag sein?“
Kinder aus armen Familien haben schlechtere Karten, besonders in der Schule. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie die gesamte obligatorische Schulzeit absolvieren, ist gering.

Der Schulsack ist gefüllt, die Vorfreude gross.
In Rumänien ist die Anzahl Schulabbrüche erschreckend hoch: Nur gerade rund 15 Prozent der Jugendlichen schaffen es, alle 8 Klassen zu absolvieren. Jedes Jahr brechen etwa 45’000 Mädchen und Knaben die Schule nach wenigen Jahren ab. Viele haben bis dahin weder richtig schreiben noch lesen gelernt und laut Studien haben über 40 % der Kinder grösste Mühe mit einfachen mathematischen Aufgaben.

Ein letzter Check, ob alles sitzt.
All diese Umstände und das generell dürftige Allgemeinwissen führen dazu, dass für viele Jugendliche die Chancen, eine Anstellung zu finden, sehr gering sind. Dadurch besteht die Gefahr, dass sie von der Gesellschaft ausgeschlossen werden.

Ein letzter Check, ob alles sitzt.
Die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter im Kinderbildungszentrum KiBiZ sind den betroffenen Familien nahe und kennen ihre Bedürfnisse genau. Sie unterstützen die Kinder mit zusätzlichen Lernangeboten und bieten ihnen wertvolle emotionale und psychologische Begleitung sowie die notwendige materielle Unterstützung in Form von warmen Mahlzeiten, Schulmaterial und Kleidung.

Damit die Schule nicht bloss ein Traum bleibt

Im KiBiZ erhalten Kinder jede nötige Unterstützung.
Auch die siebenjährige Patricia wird von Diaconia Mitarbeitenden betreut. Für sie ist die Einschulung das Schönste, was ihr passieren konnte. Schon Monate vor Schulbeginn träumte sie davon, hübsch gekleidet und mit einem Rucksack auf dem Weg zur Schule zu sein. Sie wurde in eine fürsorgliche Familie hineingeboren, die sie liebt und nur das Beste für sie will. Die Eltern hatten aber nie die Möglichkeit, zur Schule zu gehen, weshalb bei Patricia zu Hause niemand lesen und schreiben kann, geschweige denn sie dabei zu unterstützen, es zu lernen. Patricia aber ist, wie sie sagt, „verliebt“ in die Schule und würde alles tun, um diese Chance nicht zu verpassen. Sie sagt, sie möchte am liebsten Lehrerin werden, damit alle Kinder lesen und schreiben lernen und Spass haben dürfen in der Schule.

Für Patricias Mutter ist dies ein grosses Geschenk.
Dies ist auch eine Herzensangelegenheit von den Sozialpädagogen im Diaconia Zentrum, die sich täglich für Kinder wie Patricia einsetzen. Sie wollen verhindern, dass weitere Mädchen und Knaben die Schule aufgeben müssen. Denn sie wissen, dass Bildung ein wichtiger Schritt ist, einmal sein eigenes Essen und Geld zu verdienen und aus der allgegenwärtigen Armut zu finden. Die Schule soll kein Traum bleiben, sondern Träume ermöglichen.

Projekt Nr. 5012 – "Bildung Rumänien"


Lichtblick Sommerlager
Der aktivste Teil des Leuchtturm-Programms findet jeweils im Sommer statt, wenn die Zentrumsleiter ein Ferienprogramm für Kinder aus bedürftigen Familien zusammenstellen – die gemeinsamen Abenteuer sind wahre Lichtblicke, auch dieses Jahr.
Lichtblick Sommerlager.
Das Leuchtturm-Sommerprogramm in Armenien konnte trotz schwierigen politischen und gesundheitlichen Umständen erfolgreich durchgeführt werden. Die teilnehmenden Kinder stammten allesamt aus bedürftigen Familien. Einige von ihnen verloren letztes Jahr im Krieg um Berg-Karabach gar ihren Vater oder Bruder.

Das Musizieren mit Geghecik hat einen hohen Stellenwert im Sommerlager.
Die Mitarbeitenden des Hilfszentrums setzten alles daran, dass die Kinder in ihren Sommerferien etwas Besonderes erleben konnten und auf andere Gedanken kamen. Da nichts so ansteckend ist wie die kindliche Freude, haben wir ein paar besondere Momente aus dem abwechslungsreichen, liebevoll gestalteten Programm für Sie festgehalten.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte … Der neunjährige Sargis blüht in der farbenfrohen Zentrumsumgebung auf.
Die Betreuungspersonen des Zentrums Leuchtturm legen grossen Wert auf eine gesunde Lebensweise der Kinder. Umso mehr, weil sich von Armut betroffene Eltern es sich nicht leisten können, ihre Kinder in gebührenpflichtige Sportvereine zu schicken. Diese Lücke wird im Zentrum geschlossen. So beginnen auch die Tage im Sommerlager draussen mit viel Bewegung.

Anschliessend gibt es ein abwechslungsreiches Programm an Spielen, Mal- und Bastelstunden, gemeinsamem Musizieren oder Diskutieren über verschiedene interessante Themen oder vorgelesene Geschichten aus der Kinderbibel. Wissen soll spielerisch vermittelt und das kreative Denken angeregt werden. Und es funktioniert: Wenn die Kinder selbstständig arbeiten – beim Malen oder Basteln – wird es plötzlich still im Zentrum.

Sargis Svaryan, der Leiter des Hilfszentrums, möchte seinen Schützlingen Werkzeuge und Materialien bieten, um ihre wunderbaren Begabungen zu entwickeln. Mehr brauche es nicht. „Denn jedes Kind, das das Zentrum besucht, hat unabhängig von seinem sozialen Status die Fähigkeit, etwas zu erschaffen, zu erfinden“, ist er überzeugt.

Ein unvergesslicher Ausflug in die Berge von Aghveran, wo die Kinder den Vögeln und Schmetterlingen auf der Spur waren.
Die Kinder freuen sich jedes Jahr besonders auf die Ausflüge, wo sie unbekannte Orte entdecken, Hügel und Berge erklimmen, leckeres Essen zubereiten und Spass haben bei den Teamspielen. Viele von ihnen hatten mit ihren Familien noch nie die Gelegenheit, so aufregende Tage zu verbringen. Sie nehmen viele Eindrücke und Erlebnisse mit nach Hause, die sie so schnell nicht wieder vergessen werden.

Auch das Essen nimmt einen grossen Stellenwert ein im Leuchtturm-Projekt. Im Sommerlager wurde das Abendessen jeweils sehnsüchtig erwartet. Die teilnehmenden Kinder sind häufig erschöpft, wenn sie ins Lager kommen. Deshalb stellt die Lagerleitung mit den Köchen einen gesunden und vitaminreichen Speiseplan zusammen.

Spielend lernen

Das Spielen ist ein elementarer Bestandteil des Sommerlagers. Die Lagerleitung wählt die Entwicklungsspiele sorgfältig aus und bettet sie in den Tagesablauf ein, weil sie um die Bedeutung des Spiels für die geistige Entwicklung der Kinder weiss. Ziel ist es, die Kinder in ihrer Selbstständigkeit zu fördern und ihnen neue Sichtweisen auf ihre Umwelt zu vermitteln. Kinder aus sozial schwachen Familien, die oft Mühe haben, sich zu öffnen und zu kommunizieren, profitieren besonders vom stimmungsaufhellenden Spiel, das sie die Sorgen in ihrer Familie vergessen lässt. Zum Ausklingen der gemeinsamen Lagertage werden ebenfalls Hof- oder Gruppenspiele genutzt, wo die Kinder nochmals auf eine andere Weise zusammenkommen und sich gegenseitig helfen, die eigenen Schwierigkeiten zu überwinden.

Stolz präsentieren die Kinder ihre Bastelsets.
Ein Lächeln auf dem Gesicht mit nach Hause genommen

Während dieser Sommerwochen ist das Hilfszentrum für die Kinder zu einem zweiten Zuhause, einer neuen Familie geworden. Sie haben von den Mitarbeitenden des Zentrums Liebe und Annahme erfahren und gelernt, zu kommunizieren. Die Eltern und Verwandten der Kinder wissen, dass sie in sicheren, fürsorglichen Händen waren und freuen sich an den positiven Erfahrungen, die die Kinder mit nach Hause nahmen und von denen sie mit einem Lächeln im Gesicht immer wieder berichten.

Das Sommerprogramm ist nur ein Teil des Leuchtturm-Projekts. Um eine weiterführende Beziehung zu den Kindern zu ermöglichen, sind regelmässige Aktivitäten wie Musik- oder Nachhilfeunterricht in Planung. Herzlichen Dank, dass Sie das Bildungsprojekt Armenien auch in Zukunft unterstützen!

Projekt Nr. 5011 – "Bildung Armenien"


Schritt für Schritt
Die Grossfamilie Kirakosyan lebt in der Nähe des Dorfes Kharberd. Die Hauptstadt Jerewan scheint hier weiter weg, als sie tatsächlich ist. Dank grosszügigen Spenden kann Diaconia die Familie schrittweise dabei unterstützen, sich eine sorgenfreie Zukunft aufzubauen.
Als unsere Mitarbeitenden vor Ort Familie Kirakosyan zum ersten Mal besuchten, sahen sie, wie Eltern, Grosseltern und die sechs Kinder in einem einzigen Schlafzimmer hausten.

Die Zustände des Hauses waren bis vor Kurzem noch besorgniserregend.
Der Boden besteht aus Beton, die Fenster und Türen sind alt und der Dachstock ist selbst gezimmert und mit Altmetallplatten sowie inzwischen mit Wellblech gedeckt. Ashot (15), der Älteste, kam mit einer Behinderung zur Welt und ist auf den Rollstuhl und besondere Fürsorge angewiesen.

Die Familie ist arm, doch den Kindern fehlt es nicht an Liebe.
Grigor, der Vater, hütet während der Sommermonate die Kühe aus dem Nachbardorf, damit er seine Familie ernähren kann. Doch der spärliche Lohn reicht dafür nicht aus, auch kann sich die Familie keine altersgerechten Kinderkleider leisten. Heizen müssen sie mit Papier oder Abfall.

Grigor, seine Frau, ihre sechs Kinder und die Gross-eltern wohnen gemeinsam unter einem Dach. Dank Diaconia ist es wieder wetterfest.
Diaconia hat die Familie in einem ersten Schritt monatlich mit Lebensmittelpaketen und Hygieneartikeln für Ashot versorgt. Damit die Kinder ausgewogener ernährt werden können, wurden zusätzlich eine Kuh und Futter gespendet. Eine riesige Entlastung bedeutete schliesslich die Erneuerung des Dachs. Nun dringt kein Regen mehr ins Innere und durch die baldige Sanierung der Fenster entweicht keine Heizwärme mehr nach draussen.

Ashot verbringt die meiste Zeit des Tages im Haus, wo es inzwischen trocken und gemütlich ist.
Familie Kirakosyan ist eine von vielen Familien in Armenien, welche in prekären Verhältnissen lebt. Dinge wie ein wetterfestes Dach über dem Kopf, ein neuer Ofen oder eine Kuh können die Lebensqualität massgeblich verbessern. Herzlichen Dank, dass Sie mit Ihrem Beitrag armenische Familien beim Aufbau ihrer eigenen Zukunft unterstützen!

Projekt Nr. 5021 – Aufbauhilfe Armenien"


Erfolgreicher sozialer Wohnungsbau
Vor knapp 10 Jahren startete Diaconia ein Projekt für Sozialhäuser auf einem Stück Land in Cristian (rumänischer Ortsname) oder Neustadt (siebenbürgisch-sächsisch). Die neu entstandene Nachbarschaft hat sich in dem friedlichen Gebiet vor den Toren der Grossstadt Braşov gut eingelebt.
Diaconia verfügt über Land am Stadtrand und es entstand die Vision, dieses für sozialen Wohnungsbau zu nutzen.

Anhand einer Bedürfnisanalyse wurden gemeinsam mit der Stadtregierung diejenigen Familien bestimmt, welchen mit dem neuen Zuhause am meisten gedient war.

Erfolgreicher sozialer Wohnungsbau.
So entstand 2012, 2013 und 2015 Wohnraum für zwölf Familien, unter anderem dank der Unterstützung von freiwilligen Helfern der Vodafone Stiftung Rumänien.

Heute leben in den 12 Wohnungen rund 50 Personen, die sich inzwischen in ihrer neuen Siedlung gut eingelebt haben.

Für diese Familien hat sich in den letzten Jahren einiges geändert: Sie haben nun ein sauberes Badezimmer, Waschmöglichkeiten und eine funktionierende Küche. Allem voran bieten die eigenen vier Wände aber Rückzugsmöglichkeiten für Eltern und Kinder sowie die Sicherheit, dass sie an diesem Ort leben können, solange sie gut für ihr neues Zuhause sorgen. Und das tun sie. Aber nicht nur, sie kümmern sich auch umeinander. Eine Lehrerin beispielsweise erteilt anderen Kindern aus dem angrenzenden Quartier Nachhilfeunterricht, weil sie die sozialen Herausforderungen aus eigener Erfahrung kennt. Auch sonst unterstützen sich die Nachbarinnen und Nachbarn gegenseitig, wann immer notwendig.

Die gut funktionierende Nachbarschaft traf sich zu diesem gemeinsamen Foto.
Auf dem Gelände verfügt Diaconia über Land, um würdige Wohnverhältnisse für vier weitere Familien zu schaffen. Herzlichen Dank, dass Sie uns dabei unterstützen, den Familien ein Zuhause zu schenken, auf dem sie aufbauen können!

Projekt Nr. 5022 – "Aufbauhilfe Rumänien"


Offene Herzen für verzweifelte Mütter
Schlaflose Nächte mit kleinen Kindern, die weinen, weil sie Schmerzen oder Hunger haben, kein Geld, um Nahrungsmittel und Medikamente zu kaufen – für viele Familien in Rumänien leider Realität.

Oft leben sie in abgelegenen Gegenden, haben keine abgeschlossene Grundbildung oder keine formale Arbeit. Wenn dann noch die Unterstützung aus dem Umfeld fehlt und die Ablehnung durch die Gesellschaft dazukommt, überkommt einen unweigerlich ein Gefühl der Ohnmacht.

Diesen bettelnden Müttern ...
Von der Regierung scheinbar im Stich gelassen und ohne Aussicht auf Veränderung, sehen sich viele junge Mütter gezwungen, auf die Strasse zu gehen und ihre Mitmenschen um Gnade zu bitten. Weinend betteln sie um Erbarmen für ihre Kinder, deren Hunger sie nicht stillen können.

Mit einem Kind auf dem Arm, dem zweiten an der Hand, sprechen die Mütter die Passanten auf der Strasse oder vor dem Supermarkt an. Man könnte meinen, sie gewöhnten sich mit der Zeit an die tägliche Demütigung, aber das tun sie nie.

... hilft Diaconia inzwischen gezielt in ihrer Not.
Der Winter hält Einzug, die Weihnachtszeit steht vor der Tür. Die Kälte, manchmal gar mit Minusgraden, macht es den Müttern noch schwieriger, sich draussen durchzuschlagen. Gezwungen, ihre Kinder mitzunehmen, weil sie niemanden haben, der sich sonst um sie kümmert.

Vor einem Supermarkt haben wir Vasilica (33) getroffen. Sie und ihr Mann haben drei Kinder. Als sich der Familienvater beim Holzfällen verletzte und ins Krankenhaus eingeliefert wurde, überkam Vasilica die Verzweiflung, ihre Kinder nicht ernähren zu können. Sie hofft, von den Leuten etwas Kleingeld oder ein Stück Brot zu erhalten.

Auch Cristina (20) trafen wir auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums, ganz in der Nähe des Diaconia Zentrums in Brașov. Die junge Mutter von drei Kindern bat um Geld für ihre Stromrechnung. Auch fehlen ihr die finanziellen Mittel für die täglichen Mahlzeiten, Windeln und Kleidung für ihre Kinder.

Die grosse Not von Cristina und Vasilica hat unsere Mitarbeitenden vor Ort tief berührt. Diaconia Brașov hat den Kontakt zu den beiden jungen Müttern hergestellt, um ihre Situation besser zu verstehen und herauszufinden, in welcher Form unsere Hilfestellung am wirkungsvollsten ist. Damit wir dieses neue Projekt umsetzen können, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Herzlichen Dank für Ihre Spende!

Projekt Nr. 5002 – "Nothilfe Rumänien"


Zuhause in der Notunterkunft
In der Region um Spitak in Nordarmenien ist die Not auch dreissig Jahre nach dem verheerenden Erdbeben riesig. Viele Kinder, deren Eltern in Notunterkünften gross wurden, wachsen in ärmsten Verhältnissen auf. So auch Lusines fünf Buben.

Notunterkünfte wie diese bieten Schutz, aber keine Wärme.
Die Stadt Spitak lag auf zwei tektonischen Platten, die 1988 für eines der schwersten Erdbeben der letzten Jahrzehnte sorgte. Es gab 25‘000 Tote und bis zu einer Million Menschen der Region wurden obdachlos. Auch Lusine, damals dreijährig, und ihre Adoptiveltern verloren ihr Zuhause. Sie verbrachte ihre ganze Kindheit in einem Wohnwagen, der eigentlich als Notunterkunft gedacht war und wo sie Kälte und Feuchtigkeit zu spüren bekam.

Mit 19 Jahren heiratete sie Vardan. Nach der Geburt ihres vierten Kindes ging Vardan nach Russland, weil er hoffte, dort Arbeit zu finden. Kurz darauf brach der Kontakt zu ihm ab. Lusine war von einem Tag auf den anderen auf sich allein gestellt.

Das von den Kindern gefundene Brennbare sorgt für etwas Wärme.
Auf der Suche nach einem besseren Leben zog die inzwischen alleinerziehende Mutter mehrmals um. Schliesslich fand sie keinen anderen Ausweg mehr, als ihre beiden Ältesten in ein staatlich geführtes Internat zu schicken, damit die zwei jüngeren Brüder genügend zu Essen hatten.

Als sie eine zweite Ehe einging, gebar Lusine drei weitere gesunde Söhne. Mihran, der Vater, kümmerte sich gut um sie sowie auch um die beiden Knaben aus Lusines erster Ehe. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als er ein Suchtproblem bekam und unter Alkoholeinfluss Straftaten begann, für die er ins Gefängnis kam.

Die wenigen Schlafmöglichkeiten werden geteilt.
Nun ist Lusine wieder auf sich alleingestellt, jetzt mit fünf minderjährigen Buben. Ihre älteste Tochter aus erster Ehe ist seit Kurzem verheiratet, ihr ältester Sohn Ryan studiert. Die Familienhilfe in Höhe von 115 Franken reicht nicht aus, um für die notwendigsten Lebensmittel aufzukommen, geschweige denn für Kleidung oder Brennholz. Die Kinder bringen Äste oder gebrauchte Kisten mit nach Hause, die für etwas Wärme sorgen.

Dank Ihren wertvollen Spenden kann Diaconia für viele Familien in Armenien einen Beitrag zu besseren Lebensbedingungen oder gar zum Überleben leisten. Herzlichen Dank!

Projekt Nr. 5001 – "Nothilfe Armenien"


Grundversorgung für moldawische Familien
Alexandru ist 15 Jahre alt, ein schüchterner Teenager. Von einem Tag auf den anderen wurde seinem Vater gekündigt mit der Begründung, dass sein Arbeitgeber den Lohn nicht mehr bezahlen konnte.
Dies war ein Schock für die ganze Familie. Nun versucht sie zu überleben, indem Vater und Sohn Brennholz suchen, das sie verkaufen. Aber ohne gesichertes Einkommen und ohne Lebensmittelvorrat sieht die Familie dem Winter mit Sorgen entgegen. Alexandru gibt sein Bestes, um in seiner Freizeit zum Familienunterhalt beizutragen und sich auch auf die Schule zu konzentrieren. Es fällt ihm oft schwer, die Motivation und Energie dafür aufzubringen.

Alexandrus Geschichte ist leider kein Einzelfall. Die Armut ist in Moldawien allgegenwärtig. Tausende Kinder erfahren täglich, was Hunger bedeutet. Kühlschränke sind leer, Eltern sind überfordert und verzweifelt. Die Kinder sind wegen Fehlernährung oft krank, es kommt zu Entwicklungsverzögerungen.

Grundversorgung für moldawische Familien.
Die Eltern versuchen alles Menschenmögliche, ihren Kindern das Nötigste zu geben, und arbeiten hart für das tägliche Brot. Doch in den meisten Fällen reicht der Lohn schlichtweg nicht aus. Sieht man die Zahlen dazu, erstaunt diese traurige Tatsache nur noch wenig: Der Mindestlohn liegt laut Statistik bei 150 Franken pro Monat. Die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten betragen 140 Franken pro Person, wovon rund 60 Franken für das Essen gerechnet werden müssen. So liegt es auf der Hand, dass eine Familie mit vier Kindern nicht einmal über die Runden kommt, wenn beide Elternteile arbeiten können, was selten der Fall ist.

Dank Ihren Spenden können wir die Grundversorgung vieler Familien in Moldawien sichern. Wir sorgen dafür, dass sie ein Zuhause haben ohne Sorgen und Hunger.

Projekt Nr. 5003 – "Nothilfe Moldawien"


Was eine Patenschaft bewirken kann
Unsere armenische Mitarbeiterin Narine Sahakyan hat Familie Tamrasyan im Februar 2018 zum ersten Mal in Dilijan besucht.

Die Strasse dorthin war kaum befahrbar. Die alleinerziehende Alward lebte damals mit ihren vier Kindern Astchik (bald 12), Mane (10), Mher (9) und Erik (8) sowie ihrer eigenen Mutter in einer kargen Einzimmerwohnung zur Miete. Die Fenster des einzigen Raumes waren nur mit Plastik abgedeckt und einen Wasseranschluss suchte man vergebens.

Die Freude über die erhaltenen Lebensmittel ist allen ins Gesicht geschrieben.
Die Familie lebt von 100 Franken Sozialhilfe. Vom Vater der Kinder erhält sie keinerlei Unterstützung. Er war vor sieben Jahren nach Russland gereist, um dort zu arbeiten und hat sich nie mehr gemeldet.

Diese tragische Situation bewog unsere Mitarbeiterin, unverzüglich zu handeln und alle mit Lebensmitteln und später auch mit warmen Kleidern einzudecken. Die vier Kinder hatten das Glück, in kurzer Zeit Paten aus der Schweiz zu bekommen. Monatlich erhalten sie dank dieser Patenschaften Nahrungsmittel und wenn nötig Schulmaterial, Kleider und Schuhe.

Alle Kinder haben Pateneltern. So macht das Lernen Spass.
Einige Monate nach der ersten Kontaktaufnahme wurde der Familie die Wohnung gekündigt, weil das Haus verkauft wurde. Danach fand sie für kurze Zeit Obdach bei Verwandten.

Nun leben sie gemeinsam im alten Haus von Alwards verstorbenem Grossvater, das jahrelang leer stand. Auf dem kleinen Grundstück baut die Familienmutter Kürbisse, Bohnen und Kartoffeln an und die Kinder helfen ihr dabei.

Dank der Patenschaften kann Alward nun mit dem monatlichen Sozialgeld die Nebenkosten decken, und die Kinder können mit sauberen Kleidern und vollem Magen die Schule besuchen. Sie ist voller Zuversicht, weil die besseren Lebensbedingungen allen eine hoffnungsvolle Zukunft ermöglichen.

Möchten auch Sie gerne die Patenschaft für eines unserer Kinder übernehmen? Auf der folgenden Seite sind 15 Kinder abgebildet, die auf Hilfe warten.

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung.



PDF dieser Ausgabe hier öffnen