DIACONIA Internationale Hilfe – Christliches Hilfswerk


Ein Holländer fliegt nach Bukarest, mietet ein Auto, entführt ein 11-jähriges Mädchen auf dessen Schulweg, vergewaltigt und quält es. Anschliessend tötet er das Mädchen. Der Mann fliegt wieder nach Hause und begeht Selbstmord, weil er bereits von der rumänischen Polizei gesucht wird. Alles passiert innerhalb von zwei Tagen. Der Mörder wird nur gesucht, weil ein ähnlicher Fall Rumänien im Juli erschüttert hat.

Die 15 Jahre alte Alexandra aus Caracal stieg in ein Auto und verschwand spurlos. Bereits im April war in der gleichen Region Luiza verschwunden, 18 Jahre alt. Eine Person wurde wegen Entführung und Mord verhaftet. Doch Leichen sind nicht gefunden worden. Man vermutet die beiden Mädchen im Ausland als Opfer von Menschenhändlern. Deshalb kam die Polizei auch so schnell auf die Spur des Holländers.

Seit April 2019 wird in den rumänischen Nachrichten jeden Tag über dieses Thema berichtet. Doch trotzdem reisen immer wieder skrupellose Menschenhändler nach Rumänien, machen Jagd auf Kinder, suchen sich Opfer und niemand kann ihr abscheuliches Tun stoppen.

Korruption
Die Korruption in Rumänien begünstigt den Menschenhandel enorm. Man kann beim Lehrer sowohl eine Semesterarbeit kaufen wie auch eine Masterarbeit. Man kann seine Überlebenschancen erhöhen, wenn man dem Arzt vor einer schwierigen Krebsoperation zwischen 1000 und 5000 Euro zahlt. Und man kann Menschen buchstäblich kaufen für Organhandel, Prostitution und Zwangsbetteln. Hunderte Kinder und Erwachsene werden vermisst. Behörden, Politiker, Kriminelle und sogar Familienangehörige verdienen mit ihnen Geld. Wie viele Personen auf solche Art und Weise jedes Jahr verschwinden, bleibt eine Dunkelziffer und zeigt die Abgründe der Menschheit.

Aufklärung und Prävention
Einer unserer Schwerpunkte im Kinderbildungszentrum (KiBiZ) in Brașov liegt auf der Ausbildung und Persönlichkeitsförderung, um Kinder und junge Menschen vor skrupellosen Menschenhändlern, aber auch vor verzweifelten, falschen Entscheidungen innerhalb der eigenen Familie und des Bekanntenkreises zu bewahren.

Wir versorgen die Kinder und Jugendlichen aus armen Familien z. B. mit Kleidung und Essen und unterstützen sie bei ihrer Schulausbildung. Wir bemühen uns darum, sie zu selbstbewussten und kritischen Menschen zu erziehen. Das macht sie weniger anfällig dafür, Versprechungen fremder Menschen blind zu vertrauen. Gleichzeitig lernen sie, mit der Kraft Gottes ihre Persönlichkeit zu entfalten und sich und andere zu respektieren.

Wir schenken ihnen ehrliche Liebe und geben ihnen das Gefühl, wertvoll zu sein. Wir begleiten sie auf ihrem Weg zu einem glücklichen, erfüllten Leben.

Wir sensibilisieren sie sowie ihre Eltern und Verwandten für die Gefahr von Menschenhändlern und ihre Tarnungen, seien sie Loverboys (junge, erfolgreiche, gutaussehende Männer, die Liebe vortäuschen, um ein Mädchen für ihre primär materiellen Zwecke zu gewinnen), Vermittler guter Arbeitsstellen im Ausland, ein Freund und Helfer der Familie usw. Man kann sie entlarven und den gefährdeten Personen helfen, sich von solchen Menschen fern zu halten.


Gegen häusliche Gewalt und Schutz der Opfer
Unsere Sozialarbeiterin Monica Parvu hat uns auf eine spezielle Not aufmerksam gemacht. Es gibt in Brașov kein Frauenhaus oder Zentrum mehr, in welchem Gewaltopfer betreut und geschützt werden können. Die Anforderungen ans Personal und ans Gebäude sind komplex. Wir verfügen über gut ausgebildete Mitarbeiter, die bereit sind sich voll einzusetzen. Es ist notwendig, ein Gebäude zu haben, das allein für solche Menschen gebraucht werden kann. Dies stellt uns aber vor finanzielle Herausforderungen, die wir nicht allein tragen können. Wir sind auf Ihre Hilfe angewiesen. Dürfen wir Sie, liebe Freunde von Diaconia, fragen, wie Sie über ein so grosses und langfristiges Projekt denken? Dürften wir mit Ihrer Unterstützung rechnen? Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf! In diesem Zentrum könnten wir Opfern von Menschenhandel und häuslicher Gewalt gut und nachhaltig helfen.


Der Traum von einem besseren Leben endet im Albtraum
Vom Vater verlassen und von Armut geprägt, erfüllte sich Ana, ein 21-jähriges Mädchen, ihren Traum. Sie schaffte es, in England eine Ausbildung zur Krankenschwester anzufangen. Die Freude dauerte jedoch nicht lange. Ana wurde von Anfang an beschattet und eines Tages, als sie die Haustüre öffnen wollte, wurde sie gepackt und mit Gewalt in ein Auto gestossen mit der Drohung, ihre Mutter in Rumänien würde getötet, falls sie sich wehren sollte. Nach brutaler Vergewaltigung wurde sie gezwungen, sich zu prostituieren.

Nach Monaten der Gewalt, Demütigungen und gleichgültigen Kunden, die sehr wohl wussten, dass Ana zu diesen „Diensten“ gezwungen wurde, konnte sie fliehen. In ihrem Fall wurde die ganze Schlepperbande von der Polizei verhaftet und ins Gefängnis gebracht.


Aschenputtels Martyrium
Ähnlich ging es Bianca. Sie litt jahrelang unter der Gewalt des eigenen Vaters. Als sie Marian traf, hoffte sie auf Befreiung aus ihrem trostlosen Leben. Marian besass, nach eigenen Aussagen, eine Baufirma in Belgien. Er täuschte ihr Liebe vor und versprach, sie aus ihrer Misere und all ihrem Leid zu retten. Bianca ging mit ihm nach Belgien. Nach drei Wochen Prinzessinnendasein erwachte sie und erlebte den schlimmsten Albtraum eines schmutzigen „Aschenputtels“, das die Wünsche des „Prinzen“ erfüllen musste, der sich nach kurzer Zeit als Rohling entpuppte. Erst nach einem qualvollen Jahr machte Bianca diesem schrecklichen Leben ein Ende, indem sie sich zu einer dramatischen Flucht entschloss. Nach einem Sprung aus dem Fenster erwachte sie verletzt in einem Spital. Traurig stellt sie fest: „Ich hätte nie die Schule verlassen dürfen. Ich hatte nicht das Wissen und die Stärke, die Wirklichkeit zu erkennen. Ich hatte nie Korrektur und Lehre bekommen, sondern nur Strafe und mutwillige Gewalt.“


„Meiner eigenen Familie kann ich vertrauen!“ So dachte Eva und ging mit 15 Jahren mit zwei Bekannten der Familie nach England, nachdem ihre Mutter die Erlaubnis notariell beglaubigt hatte. Dort musste sich Eva, anstatt wie abgemacht bei der Kirschenernte zu helfen, prostituieren. Ein Kunde bekam Mitleid mit dem verzweifelten Mädchen, ging zur Polizei und erstattete Anzeige. Eva wurde nach Wochen grausamen Martyriums gerettet, ihre Mutter landete im Gefängnis und in ihrer Seele blieb nur eine immense Leere und das übermächtige Gefühl, kein Mensch meine es gut mit ihr. In der Nacht wird sie geplagt von schrecklichen Albträumen, die nicht aufhören wollen.


Stoppen Sie mit uns den Menschenhandel
All diese Lebensgeschichten zeigen, wie wichtig es ist, dass gut ausgebildete, gläubige Lehrkräfte und Tutoren im Umfeld der gefährdeten Familien und Kinder aktiv sind. Diese können beraten, melden und den Prozess der Scheinhilfe brutaler Menschenhändler durchkreuzen. Sie helfen durch ehrliche, uneigennützige und langfristige Unterstützung und Begleitung.

Mit Fr. 95.- sichern Sie einem traumatisierten Mädchen 10 Therapiestunden.

Mit Fr. 270.- kann ein Jugendlicher einen Monat lang von ausgebildeten Helfern z. B. bei Hausaufgaben betreut werden. Damit unterstützen Sie seine Bildung und sein Selbstvertrauen.

Auch Teilbeträge sind wertvoll und willkommen. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!


Projekt. Nr. 3779 – STOPP DEM MENSCHENHANDEL


Ja! Ich will helfen!
Wenn Sie uns bei unserem Projekt STOPP DEM MENSCHENHANDEL 2019 unterstützen möchten, senden wir Ihnen gerne weitere Informationen und dementsprechende Zahlscheine zu. Für Ihre E-Mail mit Angaben Ihres Namens und Ihrer Adresse seien Sie herzlich bedankt.


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Liebe Spender
Die Herbstaktion von Diaconia „Einmal spenden – Zweimal helfen“ unterstützt bedürftige Menschen in Armenien und Rumänien prompt und nachhaltig. Die gespendeten Tiere liefern ihnen Milch, Butter, Eier und Fleisch und sichern so langfristig ihr Überleben. Schon viele Familien konnte Diaconia bereits mit Nutztieren versorgen. Über die Jahre wurden zahlreiche Menschen Teil einer Multiplikationskette geleisteter Hilfe. Wir staunen über jede Familie, die irgendwo in abgelegenen Dörfern oder Kolonien Rumäniens oder in den Bergen Armeniens ein Tier besitzt, welches nicht direkt durch Diaconia bezahlt wurde, sondern ein Geschenk und Startkapital der selbst Beschenkten ist. Es ist wunderschön, diesen Multiplikationsprozess miterleben zu dürfen.

Liebe Spenderinnen, liebe Spender, den ersten Schritt machen Sie durch Ihre Unterstützung. Sie sind das erste Glied in dieser Kette, die dazu dient, Menschen zu helfen und sie zu befähigen, selber Verantwortung zu übernehmen, sowohl für die eigenen Familien wie auch für ihre Nächsten.

Bittere Armut in Armenien und Rumänien
In Armenien ist der Kampf ums Überleben gross und das Leben sehr hart. Viele Familien werden im Stich gelassen von den Familienvätern, die in der Hoffnung auf eine Arbeitsstelle nach Russland gehen und dann nicht mehr zurückkommen. Kinder gehen am Abend ohne Nachtessen ins Bett, weil das geringe Einkommen und der dürftige Ertrag des kargen Landes es ihren Eltern nicht erlauben, regelmässig ein nahrhaftes Essen zuzubereiten.

Es gibt Dörfer in Rumänien, in welchen nicht die Menschen, die arbeitslos sind, erfasst werden, sondern die Menschen, die eine Stelle haben. Und oft ist dieser Prozentsatz sehr tief. Alle anderen kämpfen ums Überleben. Es ist uns ein grosses Anliegen, die erdrückende Not zu lindern, Hoffnung zu bringen und nachhaltige Hilfe anzubieten. Die Tieraktion ist eine effiziente, sofortige, aber auch nachhaltige Hilfe.

Hilfe verändert
„Tiere gegen die Armut“ ist eine effektive Massnahme, um das Elend zu bekämpfen. Durch die Hilfe werden nicht nur Nöte gelindert und Bedürfnisse gestillt, sondern das Leben armer Familien wird nachhaltig verändert. Die dankbaren Eltern können durch die Tiererzeugnisse ihre hungrigen Kinder ernähren und ihre Existenz sichern. Sie können sogar Produkte verkaufen und so wird unsere Hilfe zur Einkommensquelle für arme Familien.

Hilfe zur Selbsthilfe
Wenn Menschen die Hilfe nicht nur konsumieren, sondern durch kluges Wirtschaften multiplizieren, entsteht eine neue Form der Hilfe, die unabhängig ist von Unterstützung aus dem Ausland. Die Tatsache, dass man durch das Schenken des Jungtieres selber zu einer Hilfe und zu einem Segen für eine andere Familie werden darf, gibt ein neues Selbstwertgefühl und eine andere Einstellung der Arbeit gegenüber. Dadurch wird es den Eltern möglich, die Verantwortung für ihre Zukunft und die ihrer Kinder getrost zu tragen. Hilfe wird zur Selbsthilfe und ein Segen für immer mehr Menschen.


Hilfe erhalten und weitergeben
Es ist Ziel und Tradition unserer Aktion „Einmal spenden – Zweimal helfen“, dass der erste weibliche Nachwuchs der Tiere weitergegeben wird. Dies ist in der ganzen Nachbarschaft und Region ein starkes Zeugnis, ein Zeugnis der Veränderung, ein Zeugnis für das Evangelium.

Danke für Ihre Hilfe!
Diaconia Internationale Hilfe trägt diese wertvolle Arbeit mit Freude mit und ist Ihnen zutiefst dankbar für Ihre langjährige Unterstützung. Wir lassen einige Familien aus unseren beiden Einsatzländern Armenien und Rumänien ihre Situation sowie ihre Dankbarkeit und Freude zeigen.

Rumänien – Eine wahre Freude
Wir unterstützen Familie Varga seit 2015, begleiten die Kinder und helfen dort, wo es am nötigsten ist. Unsere Mitarbeiter merkten, dass die Familie bereit war, mehr Verantwortung zu übernehmen. 2017 wurden ihr im Rahmen des Projekts „Einmal spenden – Zweimal helfen“ verschiedene Nutztiere geschenkt. Zwei Jahre später sehen wir auf dem Foto die Kinder der Familie mit einem Fohlen, dem Nachwuchs des ursprünglich gespendeten Tieres. Familie Varga freut sich sehr, anderen von Not betroffenen Familien helfen zu können und den Nachwuchs ihrer Tiere zu teilen.


Rumänien –
Beschenkt von den Beschenkten
Familie Munteanu erwartet freudig das vierte Kind. Die Familie bekam vor zwei Jahren von einer anderen Familie aus unserem Projekt eine junge Kuh geschenkt. Einen Teil der Milch behält sie für den Eigenbedarf, den Rest verkauft sie im Dorf und kann so ihr Einkommen verbessern.

Die Familie bedankt sich herzlich bei Ihnen, liebe Spenderinnen und Spender. Sie freut sich auf die Zeit, wenn sie selbst zum Segen und zur Hilfe werden kann, indem auch sie eine junge Kuh weiterschenken kann.


Rumänien – Die Erfüllung eines Traums
Sorin ist 11 Jahre alt. Er ist mit Haustieren aufgewachsen. Als seine Schwester eine Operation brauchte, mussten die Eltern alle ihre Wertsachen verkaufen, inklusive aller Tiere, damit sie die medizinischen Kosten tragen konnten. Die Familie schaffte es nicht, sich aus eigener Kraft wieder aus ihrer Notlage zu befreien und sich andere Tiere zu kaufen. Dank der Hilfe von Diaconia werden Sorin und seine ganze Familie wieder glücklich sein. Wir helfen bei der Umsetzung des Traumes, wieder Tiere zu halten.


Armenien –
Unterstützung für verlassene Mutter
Vor einigen Monaten schrieben wir im monatlichen Report über Anna Aloyan und ihre zwei kleinen Töchter, Maryam und Narine. Ihr Mann verliess sie und die gemeinsamen Kinder, er blieb in Russland. Sie musste daraufhin aus seinem Elternhaus ausziehen und sich alleine durchschlagen. Dank Ihren Spenden konnten wir Anna das bescheidene Häuschen, in dem sie mit den Mädchen lebt, kaufen und auch einen Wasseranschluss ermöglichen.

Durch die Kuh, die ihr im September überreicht werden konnte, darf Anna Hoffnung schöpfen. Jetzt kann sie ihre Kinder gesund ernähren und sogar ein bisschen Geld dazuverdienen durch den Verkauf der nahrhaften Milch. Sie bedankt sich herzlich für die empfangene Hilfe und freut sich bereits auf den ersten weiblichen Nachwuchs, durch den sie einer anderen Familie Hoffnung schenken darf.


Armenien – Hoffnung in der Not
Familie Aghabekyan hat harte Jahre hinter sich. Der Familienvater erkrankte im Jahr 2000 schwer und erblindete auf einem Auge. Er verlor seine Arbeitsstelle. Die bereits erwachsenen Kinder helfen nach Kräften mit, die Familie über Wasser zu halten. Aber da sie nur gelegentlich Arbeit finden, sind die Finanzen sehr knapp. Das Haus der Familie war stark renovationsbedürftig. Das gespendete Geld reichte zwar nicht für die Renovierung des Daches, aber die Familie konnte eine Küche und ein Badezimmer einbauen. Seither freut sie sich Tag für Tag an den zwei schönen, hygienischen Zimmern.

Die Freude und Überraschung der Familie war riesig, als ein Mitarbeiter von Diaconia Armenien unverhofft mit einer Kuh und genügend Futter für ein Jahr vor der Tür stand. Die Familie ist sehr dankbar für das grosse Geschenk und möchte hiermit auch den Freunden von Diaconia ein grosses Dankeschön weiterleiten!


Armenien – Eine Schafherde für Liparit
Liparit Khachatryan lebt im Dorf Lernanist. Seine Frau und er haben vier Töchter. Das Leben ist nicht einfach für die sechsköpfige Familie, da Liparit als Einziger ein Einkommen hat. Er bat Diaconia Armenien um Unterstützung. Wir freuen uns, dem fleissigen Familienvater unter die Arme zu greifen. Er erhielt 7 Schafe und 7 Lämmer. Die Familie freut sich riesig über das Geschenk einer eigenen Schafherde. Die herzigen Tiere bringen nicht nur Freude und Wärme in die Familie, sondern werden eine wertvolle Einnahmequelle sein.


Unzählige Familien
beten für eine Viehspende
Bitte helfen Sie uns dabei, möglichst vielen den Traum von eigenen Nutztieren zu erfüllen. Es warten noch viele Familien auf diese wertvolle Hilfe. Die Hühner, Gänse, Schweine, Schafe, Ziegen und Kühe sind für sie überlebenswichtig.


Diese Tiere schenken Hoffnung in Armenien und Rumänien

Projekt. Nr. 3760 – Einmal spenden – Zweimal helfen


Ja! Ich will helfen!
Wenn Sie uns bei unserem Projekt EINMAL SPENDEN – ZWEIMAL HELFEN 2019 unterstützen möchten, senden wir Ihnen gerne weitere Informationen und dementsprechende Zahlscheine zu. Für Ihre E-Mail mit Angaben Ihres Namens und Ihrer Adresse seien Sie herzlich bedankt.


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SCHULE AUF RÄDERN

Auf der Suche nach einem Platzwunder-Auto für unsere sechsköpfige Familie ging mir eines Abends das Bild eines Postautos, das zum Verkauf stand, nicht mehr aus dem Sinn. Meine Frau meinte im Spass: „In so einem Bus hätten wir sicher Platz.“



WAS WÄRE, WENN... ?
Ich musste an all die Kinder in Rumänien denken, die aufgrund der Armut und der familiären Situation nicht in die Schule gehen können. Was wäre, wenn wir in Brașov und Umgebung mit einem grossen Bus fahren und die Schule zu den Kindern bringen würden? Was wäre, wenn die Schule bei den Kindern aufkreuzte, die keinen Platz finden in der öffentlichen Schule?
Wie wunderbar wäre es, wenn die Lehrpersonen die vernachlässigten Kinder mit offenen Armen empfangen würden (auch wenn dies bedeutet, dass die Lehrerinnen nach jedem Arbeitstag eine gründliche Laus- und Flohkontrolle bei sich selber durchführen müssten, bevor sie zu den eigenen Kindern nach Hause gehen)? Was wäre, wenn diese Schule den Kindern in Dörfern und Ghettos Wertschätzung, Wissen, Möglichkeiten und ein warmes Klassenzimmer brächte, wo sie alle willkommen und geschätzt wären? Nicht nur die wenigen, die es sich leisten können, nicht nur die, die in eine mit EU-Geldern frisch renovierte Schule passen, sondern gerade auch die armen, vernachlässigten und verlassenen Kinder Rumäniens.


Von der Idee zur Umsetzung in sechs Monaten
Diaconia startete das Projekt „Schule auf Rädern“ im Juli.
Zwei Mitarbeiterinnen und zwei Mitarbeiter von Diaconia Brașov absolvierten die Ausbildung zum Carchauffeur/Carchauffeuse, damit sie mit dem Bus fahren dürfen.
Der erstandene Bus ist ideal eingerichtet für den Unterricht von bis zu 20 Personen. Er hat bereits drei naheliegende Dörfer besucht. Die Armut ist bedrückend und beängstigend.
Das Hüttchen (siehe Seite 4), das man auf den ersten Blick für eine Feldtoilette hält, ist in Wirklichkeit ein Haus für eine Familie mit Kindern und betagten Grosseltern - ein Raum für acht Schicksale.
Wir erfuhren, dass es im Dorf einen frisch renovierten Kindergarten gibt. Drei Kinder werden dort unterrichtet. Warum nur drei? Die Antwort erschüttert: Nur diese drei Kinder passen in das adrette Gebäude mit dem Siegel und der Fahne Rumäniens und der EU. Neue Wände und neue Stühle passen nicht zu schmutzigen Kindern!
Wir durften den Bus im Hof des Kindergartens parkieren.
Am zweiten Tag tummelten sich bereits 60 Kinder rund um das Fahrzeug! An Jungen und Mädchen mangelt es in diesem Dorf also offensichtlich nicht.
Wenn man die Kinder beobachtet, die aus den Hütten kriechen und in Richtung Bus rennen, kann man das Leid förmlich spüren.

Die Not oder die Statistik des Grauens
52 % der Kinder in Rumänien gelten als arm
30 % müssen ohne Abendessen ins Bett gehen
42 % sind funktionale Analphabeten
16 % sind Schulabbrecher (Durchschnittswert von mehreren Jahren)
350 000 (ohne Dunkelziffer) Kinder in der staatlichen Schule haben Eltern, die das ganze Jahr hindurch im Ausland arbeiten
1 000 000 Jugendliche zwischen 16 und 21 Jahren sind weder in der Ausbildung noch im Arbeitsprozess
17 000 Minderjährige wurden im Jahr 2018 schwanger
2355 Schulen hatten anfangs 2019 das WC im Hof und weder Kanalisation noch fliessendes Wasser
2012 - 2019 starben vier Kinder zwischen 3 und 14 Jahren in den Schul-Plumpsklos

(Ein dreijähriges Kindergartenkind wurde in letzter Sekunde von einem Anwohner, der auf den Lärm aufmerksam wurde, gerettet. Der mutige Mann brachte sich selbst in Gefahr, sprang in die Fäkaliengrube und rettete das kleine Kind.)


EIN TRAUM WIRD WIRKLICHKEIT
Sobald der Bus geparkt war, trat das Diaconia-Team in Aktion. Diaconia verschenkte Kleider, half bei der Entlausung, leitete zum Händewaschen an. Die Mitarbeitenden zeigten den Kindern, wie man einen Füller oder eine Laubsäge in der Hand hält.
Es war eine Woche voller Freude. 60 glückliche Kinder und sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die staunten, was Professionalität, gepaart mit Zuwendung und einer Prise Liebe, bewirken kann! Siehe da, die abgemagerten und scheuen Kinder wollen lernen! Sie springen in die Luft vor Freude über den Flug ihres ersten Papierflugzeuges. Das Team staunt, als nach ein paar Runden spielerischem Lernen sogar die Kleinsten bereits erste Buchstaben schreiben können!

Herzlich Ihr

Mihai Hunziker
Geschäftsführer DIACONIA Internationale Hilfe

FEEDBACK VOM TEAM
Nach intensiven Wochen und Monaten hört man folgende Aussagen:

„Der Wunsch, diese bedürftigen Kinder erreichen zu können, hat mich motiviert, etwas Neues zu lernen und den Bus selber fahren zu können.“

„Diese Kinder lernen so schnell. Sie brauchen Unterricht. Die öffentliche Schule geht nicht dahin, wo diese mittellosen Kinder leben. Wir wollen eine Schule sein, die solche Kinder erreicht.“

„Ich hatte Läuse, mehrmals. Die Hygiene der Kinder ist furchtbar. Es gibt Kinder, die sehr unangenehm riechen. Ich verstehe die Überforderung der staatlichen Schule und der Lehrer. Aber wir vom Diaconia-Team können und wollen diese vernachlässigten Kinder nicht verlassen und vergessen.“

Diaconia bekämpft die grassierende Not unter Kindern und Jugendlichen auf verschiedene Weise. So profitieren in der Kinder-Bildungsstätte „KiBiZ“ 100 Kinder vom Nachhilfe-Unterricht. Im Dorf Vulcan wurde DIACONIA ein geräumiges Schulzimmer zur Verfügung gestellt, wo DIACONIA-Lehrerinnen und Lehrer zur Zufriedenheit der Schulbehörden selbstständig Aufgabenhilfe sowie unterstützenden Unterricht erteilen.

In Kürze eröffnet DIACONIA in Viscri eine eigene Bildungsstätte, die von einer Lehrerin betreut wird, welche als Kind selbst das „KiBiZ“ besucht hatte. Und weil eine gute Ausbildung Grundlage für ein erfolgreiches späteres Leben bildet, ist DIACONIA dabei, eine „Schule auf Rädern“ mit eigenen Lehrkräften in Betrieb zu nehmen. Ein bestens eingerichteter, gut erhaltener Autobus, der zuvor durch eine Firma für Konferenzzwecke benützt worden war, konnte zu einem vernünftigen Preis beschafft werden. Dabei war eine Stiftung mit einem ansehnlichen Betrag behilflich.

DIACONIA-Lehrer haben den Bus-Führerausweis erworben. Sie werden dann selbst mit dem Bus in abgelegene Dörfer ohne Schulen fahren und dort den Kindern Unterricht erteilen. In den vergangenen Ferien wurden mit dem Bus bereits die ersten erfolgreichen Einsätze durgeführt. Momentan bereitet das Team die Dokumentation vor, um die staatliche Anerkennung zu erlangen.

Damit das Schulprojekt von Erfolg gekrönt wird, sind wir auf Spenden von ca. 2 500 Franken im Monat angewiesen. Dürfen wir dabei auf Ihre Hilfe zählen? Jede Spende wird für eine erfolgreiche Zukunft von Jugendlichen eingesetzt, die ohne Ausbildung im späteren Leben sonst kaum eine Chance hätten.

Ganz herzlichen Dank für Ihre Hilfe!

Hans-Rudolf Hintermann

Präsident DIACONIA Internationale Hilfe


Projekt. Nr. 3759 – „Schule auf Rädern“


Ja! Ich will helfen!
Wenn Sie uns bei unserem Projekt. Nr. 3759 – „Schule auf Rädern“ unterstützen möchten, senden wir Ihnen gerne weitere Informationen und dementsprechende Zahlscheine zu. Für Ihre E-Mail mit Angaben Ihres Namens und Ihrer Adresse seien Sie herzlich bedankt.


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