DIACONIA Internationale Hilfe – Christliches Hilfswerk


SCHULE AUF RÄDERN

Auf der Suche nach einem Platzwunder-Auto für unsere sechsköpfige Familie ging mir eines Abends das Bild eines Postautos, das zum Verkauf stand, nicht mehr aus dem Sinn. Meine Frau meinte im Spass: „In so einem Bus hätten wir sicher Platz.“



WAS WÄRE, WENN... ?
Ich musste an all die Kinder in Rumänien denken, die aufgrund der Armut und der familiären Situation nicht in die Schule gehen können. Was wäre, wenn wir in Brașov und Umgebung mit einem grossen Bus fahren und die Schule zu den Kindern bringen würden? Was wäre, wenn die Schule bei den Kindern aufkreuzte, die keinen Platz finden in der öffentlichen Schule?
Wie wunderbar wäre es, wenn die Lehrpersonen die vernachlässigten Kinder mit offenen Armen empfangen würden (auch wenn dies bedeutet, dass die Lehrerinnen nach jedem Arbeitstag eine gründliche Laus- und Flohkontrolle bei sich selber durchführen müssten, bevor sie zu den eigenen Kindern nach Hause gehen)? Was wäre, wenn diese Schule den Kindern in Dörfern und Ghettos Wertschätzung, Wissen, Möglichkeiten und ein warmes Klassenzimmer brächte, wo sie alle willkommen und geschätzt wären? Nicht nur die wenigen, die es sich leisten können, nicht nur die, die in eine mit EU-Geldern frisch renovierte Schule passen, sondern gerade auch die armen, vernachlässigten und verlassenen Kinder Rumäniens.


Von der Idee zur Umsetzung in sechs Monaten
Diaconia startete das Projekt „Schule auf Rädern“ im Juli.
Zwei Mitarbeiterinnen und zwei Mitarbeiter von Diaconia Brașov absolvierten die Ausbildung zum Carchauffeur/Carchauffeuse, damit sie mit dem Bus fahren dürfen.
Der erstandene Bus ist ideal eingerichtet für den Unterricht von bis zu 20 Personen. Er hat bereits drei naheliegende Dörfer besucht. Die Armut ist bedrückend und beängstigend.
Das Hüttchen (siehe Seite 4), das man auf den ersten Blick für eine Feldtoilette hält, ist in Wirklichkeit ein Haus für eine Familie mit Kindern und betagten Grosseltern - ein Raum für acht Schicksale.
Wir erfuhren, dass es im Dorf einen frisch renovierten Kindergarten gibt. Drei Kinder werden dort unterrichtet. Warum nur drei? Die Antwort erschüttert: Nur diese drei Kinder passen in das adrette Gebäude mit dem Siegel und der Fahne Rumäniens und der EU. Neue Wände und neue Stühle passen nicht zu schmutzigen Kindern!
Wir durften den Bus im Hof des Kindergartens parkieren.
Am zweiten Tag tummelten sich bereits 60 Kinder rund um das Fahrzeug! An Jungen und Mädchen mangelt es in diesem Dorf also offensichtlich nicht.
Wenn man die Kinder beobachtet, die aus den Hütten kriechen und in Richtung Bus rennen, kann man das Leid förmlich spüren.

Die Not oder die Statistik des Grauens
52 % der Kinder in Rumänien gelten als arm
30 % müssen ohne Abendessen ins Bett gehen
42 % sind funktionale Analphabeten
16 % sind Schulabbrecher (Durchschnittswert von mehreren Jahren)
350 000 (ohne Dunkelziffer) Kinder in der staatlichen Schule haben Eltern, die das ganze Jahr hindurch im Ausland arbeiten
1 000 000 Jugendliche zwischen 16 und 21 Jahren sind weder in der Ausbildung noch im Arbeitsprozess
17 000 Minderjährige wurden im Jahr 2018 schwanger
2355 Schulen hatten anfangs 2019 das WC im Hof und weder Kanalisation noch fliessendes Wasser
2012 - 2019 starben vier Kinder zwischen 3 und 14 Jahren in den Schul-Plumpsklos

(Ein dreijähriges Kindergartenkind wurde in letzter Sekunde von einem Anwohner, der auf den Lärm aufmerksam wurde, gerettet. Der mutige Mann brachte sich selbst in Gefahr, sprang in die Fäkaliengrube und rettete das kleine Kind.)


EIN TRAUM WIRD WIRKLICHKEIT
Sobald der Bus geparkt war, trat das Diaconia-Team in Aktion. Diaconia verschenkte Kleider, half bei der Entlausung, leitete zum Händewaschen an. Die Mitarbeitenden zeigten den Kindern, wie man einen Füller oder eine Laubsäge in der Hand hält.
Es war eine Woche voller Freude. 60 glückliche Kinder und sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die staunten, was Professionalität, gepaart mit Zuwendung und einer Prise Liebe, bewirken kann! Siehe da, die abgemagerten und scheuen Kinder wollen lernen! Sie springen in die Luft vor Freude über den Flug ihres ersten Papierflugzeuges. Das Team staunt, als nach ein paar Runden spielerischem Lernen sogar die Kleinsten bereits erste Buchstaben schreiben können!

Herzlich Ihr

Mihai Hunziker
Geschäftsführer DIACONIA Internationale Hilfe

FEEDBACK VOM TEAM
Nach intensiven Wochen und Monaten hört man folgende Aussagen:

„Der Wunsch, diese bedürftigen Kinder erreichen zu können, hat mich motiviert, etwas Neues zu lernen und den Bus selber fahren zu können.“

„Diese Kinder lernen so schnell. Sie brauchen Unterricht. Die öffentliche Schule geht nicht dahin, wo diese mittellosen Kinder leben. Wir wollen eine Schule sein, die solche Kinder erreicht.“

„Ich hatte Läuse, mehrmals. Die Hygiene der Kinder ist furchtbar. Es gibt Kinder, die sehr unangenehm riechen. Ich verstehe die Überforderung der staatlichen Schule und der Lehrer. Aber wir vom Diaconia-Team können und wollen diese vernachlässigten Kinder nicht verlassen und vergessen.“

Diaconia bekämpft die grassierende Not unter Kindern und Jugendlichen auf verschiedene Weise. So profitieren in der Kinder-Bildungsstätte „KiBiZ“ 100 Kinder vom Nachhilfe-Unterricht. Im Dorf Vulcan wurde DIACONIA ein geräumiges Schulzimmer zur Verfügung gestellt, wo DIACONIA-Lehrerinnen und Lehrer zur Zufriedenheit der Schulbehörden selbstständig Aufgabenhilfe sowie unterstützenden Unterricht erteilen.

In Kürze eröffnet DIACONIA in Viscri eine eigene Bildungsstätte, die von einer Lehrerin betreut wird, welche als Kind selbst das „KiBiZ“ besucht hatte. Und weil eine gute Ausbildung Grundlage für ein erfolgreiches späteres Leben bildet, ist DIACONIA dabei, eine „Schule auf Rädern“ mit eigenen Lehrkräften in Betrieb zu nehmen. Ein bestens eingerichteter, gut erhaltener Autobus, der zuvor durch eine Firma für Konferenzzwecke benützt worden war, konnte zu einem vernünftigen Preis beschafft werden. Dabei war eine Stiftung mit einem ansehnlichen Betrag behilflich.

DIACONIA-Lehrer haben den Bus-Führerausweis erworben. Sie werden dann selbst mit dem Bus in abgelegene Dörfer ohne Schulen fahren und dort den Kindern Unterricht erteilen. In den vergangenen Ferien wurden mit dem Bus bereits die ersten erfolgreichen Einsätze durgeführt. Momentan bereitet das Team die Dokumentation vor, um die staatliche Anerkennung zu erlangen.

Damit das Schulprojekt von Erfolg gekrönt wird, sind wir auf Spenden von ca. 2 500 Franken im Monat angewiesen. Dürfen wir dabei auf Ihre Hilfe zählen? Jede Spende wird für eine erfolgreiche Zukunft von Jugendlichen eingesetzt, die ohne Ausbildung im späteren Leben sonst kaum eine Chance hätten.

Ganz herzlichen Dank für Ihre Hilfe!

Hans-Rudolf Hintermann

Präsident DIACONIA Internationale Hilfe


Projekt. Nr. 3759 – „Schule auf Rädern“


Ja! Ich will helfen!
Wenn Sie uns bei unserem Projekt. Nr. 3759 – „Schule auf Rädern“ unterstützen möchten, senden wir Ihnen gerne weitere Informationen und dementsprechende Zahlscheine zu. Für Ihre E-Mail mit Angaben Ihres Namens und Ihrer Adresse seien Sie herzlich bedankt.


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EIN LAND IN NOT!
ARMENIEN leidet auch heute noch unter den Folgen des Zusammenbruchs der Sowjetunion. Das verheerende Erdbeben von 1988, der andauernde Konflikt mit dem Nachbarland Aserbaidschan um die Region Bergkarabach und die angespannte Beziehung zur Türkei belasten das armenische Volk stark. Diese und andere Umstände hemmen das Wachstum der Wirtschaft so sehr, dass es für kleinere und mittlere Betriebe schwierig ist, im Land Fuss zu fassen. Deshalb gehört Armenien noch immer zu den ärmsten Ländern dieser Region und ist weiterhin auf ausländische Hilfe angewiesen.


GEMEINSAM FÜR DIE KINDER
IN CHARENTSAVAN, der Provinzhauptstadt der Region Kotajk, leben heute rund 20’000 Einwohner. Die Stadt liegt 1660 Meter über dem Meer. Zu Sowjetzeiten war Charentsavan eines der wichtigsten Industriezentren Armeniens. Zahlreiche Fabriken boten damals den meisten Menschen in der Stadt eine feste Anstellung und damit ein sicheres Einkommen. Mit der Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 wurden jedoch viele Industrieanlagen privatisiert und mussten aufgrund der wirtschaftlichen Rezession ihre Kapazitäten reduzieren. Für unzählige Einwohner der Stadt – die damalige Einwohnerzahl betrug ca. 33‘000 – bedeutete dies der unweigerliche Abstieg in Armut und Not. Viele Familien versuchten, in der Hauptstadt Jerewan oder im benachbarten Ausland eine Arbeit zu finden. Alle anderen leben heute noch in der zerfallenen und in Armut versunkenen Stadt.


DIE GROSSE NOT
der Familien, Kinder und älteren Leute in Charentsavan und Umgebung ist naheliegend. Die heruntergekommenen Fassaden der Wohnhäuser, die löcherigen Strassen und die fehlende Infrastruktur lassen erahnen, wie es in den Häusern aussieht. Die Wohnungen haben meist keine dichten Fenster und Türen, es fehlt an hygienischen Einrichtungen. Grossfamilien leben auf engstem Raum zusammen. Die Kinder können zwar zur Schule gehen, gute Ausbildungs- oder Weiterbildungsmöglichkeiten fehlen jedoch. Lange nicht alle Menschen kommen in den Genuss gesunder Lebensmittel oder genügend warmer Kleidung. Oft fehlt es den Menschen in diesen Situationen auch an Mut, Hoffnung und Glauben, etwas bewegen und verändern zu können. Besonders leidtragend sind einmal mehr die Kinder.

Eine neue Kindertagesstätte
von „Diaconia Internationale Hilfe Schweiz“ als Antwort auf diese Not – Unser Motto: Glauben und Handeln
„Diaconia Internationale Hilfe“ setzt sich bereits seit einigen Jahren erfolgreich für die notleidenden Menschen in Armenien ein, sei dies durch Patenschaften, Projekte, Soforthilfe, Tieraktionen oder medizinische Hilfe.
Wir glauben, dass Gott durch unsere Hilfe Menschen in schwierigen Situationen nahe kommt und ihnen neue Hoffnung schenkt.
Wir handeln, indem wir den Menschen in Charentsavan einen Ort anbieten, an dem sie angenommen und wertgeschätzt werden und wo auf sie eingegangen wird.
Wir dürfen sehen, wie der jahrtausendealte christliche Glaube durch Taten der Liebe zum Leben erweckt wird.
Zu diesem Zweck hat „Diaconia Internationale Hilfe Schweiz“ am 26. März 2019 eine neue Kindertagesstätte erworben und eingeweiht. Diese Einrichtung ist Teil unserer Stiftung „Diaconia International Relief Charity Foundation“ vor Ort und wird von unserem langjährigen Mitarbeiter Sargis Svaryan geleitet. Der erfahrene Pastor war viele Jahre für uns im Berufsbildungszentrum „BAZ“ im Dorf der Hoffnung tätig.


Die Kindertagesstätte übernimmt folgende Aufgaben:
Unser Hauptanliegen besteht darin, Kinder mit Defiziten aufzunehmen und ihnen in ihren sozialen, schulischen und gesundheitlichen Problemen professionell zu helfen. Wir geben ihnen die Möglichkeit, sich in ein soziales Gefüge einzuordnen. Die Tagesstätte soll für sie zu einem Ort werden, wo sie sich gern aufhalten, und sich wohl fühlen, weil sie Annahme und Wärme spüren, mit anderen Kindern kommunizieren, spielen und essen können und weil sie Antworten bekommen auf ihre Fragen.
Das Gebäude ist so konzipiert, dass auch Lager durchgeführt sowie Gruppen- und Einzelspiele, Sportanlässe und Freizeitaktivitäten organisiert werden können.
Unsere Angebote sollen den Kindern helfen, wichtige Grundlagen fürs Leben zu lernen, neue Interessen zu wecken und Stärken zu entdecken. Dies ist zu Hause oft nicht möglich, weil die Familien sehr arm sind oder weil Krankheiten oder andere tragische Nöte ihr Zuhause belasten.




Wir setzen folgende Schwerpunkte:
Schulische Unterstützung, Fremdsprachenunterricht
Die wichtigste Voraussetzung, um in die Gesellschaft integriert und eine qualifizierte, freundliche und hilfsbereite Persönlichkeit zu werden, ist eine gründliche Schulbildung. Diese ist vielen armen Kindern verwehrt. Die Atmosphäre zu Hause, die Familienprobleme und die bittere Armut belasten die Kinder und verwehren oder erschweren ihnen ein Vorankommen in der Schule. Unser Ziel ist es, gerade da anzusetzen und die Kinder mit viel Liebe, aber auch mit Professionalität zu unterstützen. Wir nehmen sie ernst und helfen ihnen, Lernschwierigkeiten und andere Probleme zu überwinden. Nur mit einer guten Bildung haben sie die Möglichkeit, eines Tages aus der Armut auszubrechen.

Musik-, Mal- und Kochkurse
Alle Kinder haben Träume. Einige wollen Arzt oder Forscher werden, andere Lehrer, Koch, Künstler oder Musiker. Die Kinder unserer Tagesstätte haben von zuhause aus keine Möglichkeit, diesen Träumen nachzugehen. Wir machen es möglich: Wir bieten ihnen Kurse an für Musik, Malen und Kochen. Wer weiss, vielleicht ist unter ihnen ein späterer Küchenchef, ein Mozart oder ein Michelangelo!?

Sonntagsschule
Die Kinder hören biblische Geschichten und lernen den christlichen Glauben kennen. Sie erfahren, dass Gott sie liebt und eine lebendige Beziehung mit ihnen möchte.

Warme Mahlzeit
Die Kinder armer Familien sind sich Hunger gewohnt. Bei uns bekommen sie gesundes und ausreichendes Essen.

Outdoor-Spiele
Gruppenspiele fördern das Selbstvertrauen, stärken den Zusammenhalt untereinander, verhelfen zu neuen Freundschaften und spornen die Kinder an, Probleme gemeinsam zu lösen.

Exkursionen
Durch Ausflüge lernen die Kinder die nationale Geschichte und Kultur kennen und lieben.


In unserer Tagesstätte
wird den Kindern Bildung und Erziehung vermittelt. Ihr Hunger wird gestillt und Lager, Spiele und diverse Kurse werden für sie organisiert. Unser Angebot ist facettenreich und die Kinder werden ihrem Alter entsprechend gefördert. Durch das Einbeziehen der Kinder in unsere Hilfsprojekte und durch Besuche bei älteren und kranken Menschen sensibilisieren wir sie für die Nöte anderer.

Die Betriebskosten inklusive Essen, Spiele und Räumlichkeiten belaufen sich monatlich auf 5 000 Franken.

All diese Projekte sind nur möglich dank Ihren Spenden. Gemeinsam können wir viel bewegen! Danke, liebe Spenderinnen und Spender, dass Sie die Kindertagesstätte mittragen und einen wertvollen Beitrag für die Menschen in Charentsavan leisten.


Auch Teilbeträge sind wertvoll und willkommen. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Projekt. Nr. 3721 – Gemeinsam für die Kinder von Charentsavan


Ja! Ich will helfen!
Wenn Sie uns bei unserem Projekt GEMEINSDAM FÜR DIE KINDER VON CHARENTSAVAN unterstützen möchten, senden wir Ihnen gerne weitere Informationen und dementsprechende Zahlscheine zu. Für Ihre E-Mail mit Angaben Ihres Namens und Ihrer Adresse seien Sie herzlich bedankt.


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